Neugründung

US-Kanzlei Rimôn gewinnt drei erfahrene Partner für den Start in Frankfurt

Zum September haben die drei ehemaligen Bryan Cave Leighton Paisner-Anwälte Dr. Bernd Geier, Stephan Krampe und Michael Magotsch in Frankfurt für die US-Kanzlei Rimôn einen weiteren deutschen Standort eröffnet. Unter dem Namen Rimon Falkenfort starteten sie als selbstständig eingetragene Partnerschaftsgesellschaft, die aber in das internationale Rimôn-Netzwerk integriert ist. Auch übernehmen sie das Geschäftsmodell von Rimôn, die mit klassischen Strukturen von Wirtschaftskanzleien brechen will.

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Bernd Geier
Bernd Geier

Bank- und Finanzaufsichtsrechtler Geier war in den vergangenen vier Jahren bei Bryan Cave beziehungsweise der Vorgängerkanzlei Berwin Leighton Paisner tätig. Zuvor hatte er die Position des Co-Head Financial Institutions für Europa bei Dentons inne. Bei Bryan Cave Leighton Paisner war bislang auch Krampe tätig, der dort das Steuerrecht in Deutschland verantwortete. Von dort kennen sie auch Arbeitsrechtler Magotsch: Der ehemalige Managing-Partner der früheren Kanzlei Coudert war von 2006 bis 2016 Partner bei DLA Piper in Frankfurt und wechselte dann ebenfalls zu Bryan Cave. 2019 gründete er die Arbeitsrechtsberatung MMAC ArbeitsrechtCoaching.

Eng zusammen arbeitet das Frankfurter Team auch mit dem früheren Herbert Smith Freehills-Partner Dr. Dirk Hamann (58), der bereits 2020 in Berlin als erster deutscher Rimôn-Anwalt startete. Außerdem soll ein weiterer Partner, der auf Finance und Restrukturierung spezialisiert ist, bis Ende des Jahres dazukommen.

Rimôn, 2008 von zwei Ropes & Gray-Anwälten gegründet, war in Europa vor ihrem Start in Berlin 2020 nur mit Büros in Rom, Warschau, Paris und Moskau vertreten.

Neues Organisationsmodell

Stephan Krampe
Stephan Krampe

Das Geschäftsmodell der amerikanischen Kanzlei ist zwar ein Full-Service-Ansatz, will aber gleichzeitig mit traditionellen Strukturen brechen. Um Kosten zu sparen, verzichtet sie etwa auf angemietete großflächige Büro- und Konferenzräume. Auch in Frankfurt werden Büros für die Anwälte nach Bedarf angemietet, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse. Den Anwälten steht frei, ob sie im Büro, von unterwegs oder von zu Hause aus arbeiten. Damit die Anwälte weltweit mobil arbeiten können, setzt Rimôn eine cloudbasierte Technologie ein, mit deren Hilfe die Anwälte untereinander und mit ihren Mandanten rund um den Globus vernetzt sind. Anwälte arbeiten häufig untereinander sowie mit den Mandanten in virtuellen Räumen. Durch den Einsatz von Tech-Tools und die Automatisierung von Arbeitsschritten will die Kanzlei zudem für Mandanten kosteneffiziente Beratung anbieten und damit Alternativen zu dem zeitbasierten Geschäftsmodell der traditionellen Großkanzleien schaffen. Zudem setzt das Modell von Rimon Falkenfort ausschließlich auf erfahrene Partner mit langjähriger Berufserfahrung. Damit will sich die Kanzlei auch von hierarchischen Strukturen lösen. 

Michael Magotsch
Michael Magotsch

In Sachen externer Vergütung verzichtet die Kanzlei auf Billable Hours und bietet Mandanten verschiedene alternative Abrechnungsmodelle an. Auch bei ihrer internen Vergütung geht Rimôn einen eigenen Weg: Der Umsatz, den Partner mit selbst akquirierten Mandanten erzielen, wird global zu 70 Prozent, in Deutschland zu mindestens 70 Prozent, direkt an sie ausgeschüttet. Nur etwa 30 Prozent werden für Mieten etc. veranschlagt, die zudem durch das Geschäftsmodell geringer ausfallen als bei anderen Kanzleien. Fallen in dem Mandat Arbeiten an, die andere Partner erbringen, bekommen diese von dem ursprünglichen Partner dafür einen Betrag, den sie intern abstimmen. Arbeitet ein Partner für den Mandanten eines anderen Partners, definieren sie gemeinsam einen internen Satz, den er zu 100 Prozent in Rechnung stellen kann.

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