Der scheidende Managing Partner hatte die Partner bereits im Vorfeld über seinen Entschluss informiert. „Es ist der richtige Zeitpunkt für die nächste Partnergeneration, bei Luther die Managementverantwortung zu übernehmen“, sagte Kraus. „Hans-Georg Hahn und Markus Sengpiel gestalten die Kanzlei seit einigen Jahren in verschiedenen Funktionen mit. Ich bin davon überzeugt, dass sie Luther hervorragend führen und weiterentwickeln werden.“
Die neue Spitze führt das Management gemeinschaftlich. Inhaltlich wird sich Hahn auf die strategische Ausrichtung von Luther im In- und Ausland konzentrieren, Sengpiel zeichnet neben dem Bereich Finanzen und Controlling vor allem für den laufenden operativen Betrieb verantwortlich.
„Wir wollen auf dem bislang Erreichten aufbauen und all das, was sich bewährt hat, weiterführen“, sagte der designierte Managing Partner Hahn. „Es wird deshalb auch in Zukunft so bleiben, dass sich Luther in einem kontinuierlichen Prozess in Teilen ‚immer wieder neu erfinden‘ muss. Hierauf sind das Management und die Kanzlei vorbereitet.“ Hahn ist seit 1994 bei Luther und seit 2000 Partner. Zuletzt leitete er das Büro in Hannover und unterstützte Kraus im erweiterten Kanzleimanagement vor allem dabei, ein kanzleiweites Aus- und Weiterbildungsprogramm für junge Anwälte einzuführen und umzusetzen.
Der Kölner Sengpiel kam 1995 zu Luther und ist seit 2002 Partner. Neben der Verantwortung für den zweitgrößten Luther-Standort in Deutschland leitet Sengpiel seit vier Jahren auch die bundesweite IP- und IT-Praxis der Kanzlei. „Auf den Anwaltsmarkt kommen durch die allseitige und leichte Verfügbarkeit von Informationen neue Herausforderungen zu“, sagte er. „Wir sehen diese Entwicklung als große Chance für uns, da wir in diesem Bereich traditionell immer sehr fortschrittlich sind.“
Wer auf die jetzigen Posten Hahns und Sengpiels als Standort- und Praxisleiter folgen wird, ist bislang noch nicht geklärt. Viele der Zentralfunktionen wie Personal und Marketing sind jedoch in Köln zusammengezogen.
Stefan Kraus schließt mit der Entscheidung, nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zu kandidieren, ein langjähriges Kapitel als Managing Partner. Unter seiner Führung durchlief Luther eine der wechselhaftesten Kanzleihistorien aller deutschen Großkanzleien im abgelaufenen Jahrzehnt.
Der 52-jährige Kraus ist ein Urgestein der Sozietät, die er 1992 mit anderen Anwälten aus der damaligen Arthur Andersen-Steuerabteilung als Freihalter Krüger & Partner gründete. Seit 1995 stand Kraus der Kanzlei als Managing Partner vor und leitete sie vor allem durch die schwierige Zeit nach 2002, als die weltweite Andersen-Struktur zusammenbrach.
In seine Amtszeit fiel auch die Fusion mit Menold Aulinger als Kooperationskanzlei der Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Nach der Loslösung von Ernst & Young ab Sommer 2006 war Kraus dann maßgeblich für den Aufbau der Kanzleimarke Luther verantwortlich. Für diese Arbeit der vergangenen vier Jahre erntete Kraus in der deutschen Managementszene viel Aufmerksamkeit und Lob. Künftig will er sich wieder mehr auf das laufende Beratungsgeschäft und Transaktionen konzentrieren.