Becker ist US-qualifizierter Accountant (Fachmann für Unternehmensrechnung) und besitzt den Abschluss als Fraud Examiner (Examen zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität).
Vor allem aber bringt er aus einer Reihe von Tätigkeiten forensische Erfahrung mit: Bevor er im Frühjahr vergangenen Jahres zu Görling kam, arbeitete er für etwa ein Jahr als Leiter des Bereichs Compliance Operations bei der Commerzbank.
Davor wiederum leitete Becker mehrere Jahre lang den Ermittlungsdienst für Westeuropa bei der Citigroup. Bis 2004 schließlich stand er den Investigative Services der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young vor und war für das Unternehmen zunächst in den USA sowie später in Deutschland tätig.
„Rödl bietet mir mehr Internationalität und bessere Entwicklungsmöglichkeiten“, sagte Becker. Zudem überzeuge ihn die interdisziplinäte Kooperation, die sich auch auf IT-Experten erstreckt, und der geschäftliche Schwerpunkt im Mittelstand: „Gerade dort wird in Sachen Compliance noch viel passieren.“ Der Weggang von Görling sei ihm jedoch nicht leicht gefallen.
Becker solle vor allem die Beratung im Hinblick auf internationale Wirtschaftskriminalität voranbringen, sagte Christian Rödl, Namenspartner der Sozietät. Die Kanzlei verfügt verfügt bereits über ein Corporate-Compliance-Team, dass unter anderem Anwälte unterschiedlicher Ausrichtung, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und IT-Experten vereint.
Zudem gibt es in der Kanzlei ein Team für – derzeit eher steuerstrafrechtlich geprägte – strafrechtliche Prävention und Verteidigung, das Becker künftig mit drei Mitarbeitern um die forensische Beratung ergänzt. Ein weiterer Ausbau seines Teams ist geplant.
Niemand könne Becker verübeln, dass er die Karrierechance in einer größeren Struktur genutzt habe, sagte Dr. Helmut Görling, Namenspartner von Görling Rechtsanwälte und Forensic. Bereits vor einigen Wochen war Dr. Dirk Scherp, der ehemalige Chief Compliance Officer der Dresdner Bank, zu Görling zurückgekehrt und in die Forensik-Gesellschaft eingestiegen.
Damit, so Görling, sei die Lücke sofort geschlossen und die Position des Managing Partners ideal besetzt worden. Beckers Team, mit dem er zu Görling gekommen war, vollzog den jetzigen Wechsel zu Rödl indes nicht mit.