Partnergewinne

Schon wieder Minus in England

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  • JUVE

Im dritten Jahr in Folge gefallen ist der durchschnittliche Partnergewinn bei den meisten großen englischen Kanzleien. Auch die Umsätze stagnierten überwiegend oder gingen leicht zurück.Als Reaktion auf die Dauerflaute haben Kanzleien wie Linklaters, Lovells oder Denton Wilde Sapte bereits im letzten Jahr ihre Partnerschaften auf höhere Effizienz getrimmt. Derzeit realisieren unter anderem Ashurst und Simmons & Simmons Partnerherabstufungen und -abbau.

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Bei einer Prognose-Umfrage des Branchenblatts ‚Legal Week‘ hatten die englischen Top 10-Kanzleien bereits im April – kurz vor Ende des üblichen Geschäftsjahres – bestenfalls stagnierende Umsätze, jedoch teils deutliche Rückgänge beim Partnergewinn angekündigt.

In den letzten Jahren hätten viele City-Firms ihre Gewinne kreativ schöngerechnet, hieß es. Nun wollten die Kanzleien umgekehrt möglichst geballt alle schlechten Zahlen in ein Geschäftsjahr packen, um im nächsten Aufschwungjahr deutlich besser dazustehen. „Die Zahlen werden schwere Kost sein“, erwartete im April ein führender Londoner Partner in ‚Legal Week‘.

Diese Erwartungen sind durch die jüngsten Bilanzzahlen bestätigt: Bei Clifford Chance etwa steht einem nur leichten Umsatz-Minus von 2,3 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro ein Rückgang von 12,5 Prozent beim durchschnittlichen Partnergewinn auf jetzt 891.000 Euro gegenüber.

Clifford, wo man sich ‚Legal Week‘ zufolge nicht auf ein härteres Vorgehen gegen ertragsschwache Partner einigen konnte, büßt damit innerhalb des Magic Circle weiter an Profitabilität gegenüber den Wettbewerbern ein.

Selbst Linklaters, die einen Gewinnrückgang von immerhin acht Prozent angekündigt hatte, erreichte bei einem Umsatz von 1,095 Milliarden Euro einen durchschnittlichen Partnergewinn von 1,02 Millionen Euro.

Allen & Overy erwartete bei etwa unverändertem Umsatz von 882 Millionen Euro im April lediglich vier Prozent Minus bei den Partnergewinnen auf dann ebenfalls 1,02 Millionen Euro.

Herbert Smith wiederum legte beim Umsatz sogar leicht zu auf 368 Millionen Euro, der durchschnittliche Partnergewinn jedoch gab um 6,4 Prozent auf 1,06 Millionen Euro deutlich nach.

Norton Rose setzte unverändert gegenüber dem Vorjahr 312 Millionen Euro um, die Partnergewinne jedoch gingen um vier Prozent auf 623.000 Euro zurück.

Ähnlich verzeichnete Hammonds zwar ein geringes Umsatzminus – ein Prozent auf 206,2 Millionen Euro -, jedoch einen dramatischen Rückgang bei den Partnergewinnen: um 18 Prozent auf 412.000 Euro.

Richards Butler schließlich, die eine der stärksten Asienpraxen aller englischen Kanzleien hat, musste sowohl bei Gesamtumsatz wie beim Partnergewinn ein deutliches Minus verbuchen: weltweit setzte die Kanzlei mit 103 Millionen Euro satte 5,5 Prozent weniger um – zum Vergleich: die englische Praxis legte um 8,7 Prozent auf 94,5 Millionen Euro zu -, und beim Partnergewinn sackte man um 7,8 Prozent auf 629.000 Euro ab.

Gute Ergebnisse erzielten hingegen etwa Taylor Wessing und Osborne Clarke. Taylor meldet einen leichten Zuwachs beim Partnergewinn auf 528.000 Euro bei leicht gesunkenem Umsatz von 97 Millionen Euro. Gar Rekordzahlen verzeichnet Osborne Clarke: um 30 Prozent höhere Partnergewinne von 460.000 Euro bei einem Umsatzplus von sechs Prozent auf ebenfalls 97 Millionen Euro.

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