Rechtsmarkt Splitter 09/2004

Die Großen und Guten: Anthony Salz, einer der Seniorpartner von Freshfields Bruckhaus Deringer, ist zum stellvertretenen Vorsitzenden des 12-köpfigen 'Board of Governors' der BBC ernannt worden. Auf Vorschlag von Premierminister Tony Blair hat Queen Elizabeth II. ihn in den Verwaltungsrat der traditionsreichen britischen Sendeanstalt gehoben. Keineswegs sei dies ein bloßes Ehrenamt, stellte die Kanzlei klar: Etwa einmal pro Monat werde sich das Leitungsgremium treffen, um über strategische und Managementfragen zu beraten, was aber zeitlich mit seiner Führungsrolle bei Freshfields zu vereinbaren sei. Offenbar hat man intern auch die Frage möglicher Interessenkollisionen besprochen. Für die BBC selbst hat Freshfields noch nicht gearbeitet, wohl aber zählen andere Sender zu ihren Mandanten. Zum Beispiel ITV Network, Telewest oder auch Satellitenunternehmen. Auszuschließen ist es daher nicht, dass Freshfields-Anwälte unter Umständen auch einmal gegen die BBC auftreten müssen. "Die BBC hat vom Grundsatz her akzeptiert, dass Anthony´s Ernennung uns nicht daran hindern sollte, Mandanten auch im Hinblick auf die BBC zu vertreten", erklärte aber die Kanzlei. Da die BBC-Positionen üblicherweise nicht vollzeitig angelegt sind, hätten auch die anderen Amtsinhaber weitere Verpflichtungen. Die Ernennung erfolgte zum 1. August und ist auf vier Jahre angelegt.

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Im Juli erregte außerdem ein Verfahren das Interesse der Öffentlichkeit und insbesondere das der Anwaltsbranche: Das Bundesverfassungsgericht erlaubte Rechtsanwälten, in ihrer Werbung neben den erlaubten Titeln wie etwa ‚Fachanwalt‘ auch mit ihren weiteren Spezialisierungen zu werben. Eingelegt hatte die Verfassungsbeschwerde ein Anwalt, der auf seinem Briefkopf die Bezeichnung ‚Spezialist für Verkehrsrecht‘ führte. Zuvor hatte ihm der niedersächsische Anwaltsgerichtshof die Verwendung dieser Bezeichnung aus berufsrechtlichen Gründen verboten. Vertreten wurde der Anwalt von seinem Kollegen Dr. Wolfgang Weißleder aus der Kieler Kanzlei Weißleder & Ewert, der in jüngerer Zeit auch bei einem anderen, Aufsehen erregenden Verfahren mitgewirkt hatte. Weißleder vertrat die Stadt Kiel im EuGH-Verfahren um die Arbeitszeit (Bereitschaftsdienst) von Ärzten (JUVE 10/03).

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