Brandes war bis Januar dieses Jahres für Shearman tätig, verließ die Kanzlei dann aber in Richtung Mc Dermott. Sein Weggang war wesentlich auch darin begründet, dass Partner außerhalb des Mannheimer Standorts seine Partnerernennung blockierten.
Nach der Abspaltung von Shearman steht der Partneraufnahme nun nichts mehr im Weg.
„Zu Schilling Zutt zurück zu gehen, ist eine logische Entscheidung nach den Veränderungen in Mannheim“, sagte Brandes. „Ich habe dort acht Jahre lang mit den Partnern sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet und auch entsprechend gefestigte Beziehungen zu Mandanten aufgebaut. Natürlich überzeugt mich auch das Konzept einer unabhängigen deutschen Kanzlei mit einer solchen Tradition.“
Brandes berät schwerpunktmässig im Aktienrecht und bei Umstrukturierungen. Zuletzt gehörte er etwa zu den Teams, die im vergangenen Jahr DaimlerChrysler als Hauptaktionär von EADS bei deren Umstrukturierung und die JM Gesellschaft für industrielle Beteiligungen beim Verkauf der Kiefel AG berieten.
Gleichzeitig mit der Aufnahme von Brandes untermauert SZA ihren Wachstumskurs mit der Ernennung von zwei weiteren Partnern. Dies sind die derzeitigen Associates Dr. Martin Feick (35), der vor allem im Private Clients Bereich tätig ist, und der Gesellschafts-und M&A-Rechtler Dr. Marc Löbbe (35).
Feicks soll die Kanzlei in der Beratung vermögender Privatpersonen und Unternehmer im nationalen und internationalen Bereich weiter voranbringen. Löbbe wirkte in den vergangenen Jahren an zahlreichen M&A-Transaktionen mit. So gehörte auch er zu dem Team, das Daimler bei der Veräußerung einer Beteiligung an EADS und bei der Neuordnung der Corporate Governance des Konzerns beriet. Neben Corporate Governance-Themen ist er zudem auf dem Gebiet der Vorstands- und Aufsichtsratshaftung tätig.
„Dass wir bereits jetzt drei neue Partner bestellen, ist Ausdruck unserer Wachstumsambitionen und unserer Überzeugung, dass auch im heutigen Marktumfeld nur diejenigen Sozietäten langfristig Erfolg haben werden, die hervorragend qualifizierten jungen Anwälten auch Perspektiven bieten“, so der Seniorpartner Dr. Jochem Reichert. Insgesamt sind in Mannheim jetzt 30 Anwälte tätig, davon 12 Partner.
Für McDermott ist der Verlust von Brandes ein Rückschlag beim Wiederaufbau der Corporate-Praxis. Die Kanzlei hatte nach personellen Turbulenzen vor einigen Jahren zuletzt wieder Quereinsteiger gewinnen können. In München kam im vergangenen Jahr Dr. Stephan Rau von Gibson Dunn & Crutcher, in Düsseldorf Mitte 2006 Dr. Uwe Goetker. In dieser zuletzt konstanten Entwicklung hätte die Kanzlei durch den Verbleib von Brandes wichtige Akzente setzen können. Sein Ausscheiden stößt dem Vernehmen nach bei McDermott jedoch auf breites Verständnis. Bei der US-Kanzlei sind hierzulande derzeit noch 7 Partner und 7 Associates im Corporate-Bereich tätig.