Juve Plus Interview

Schufa-Chefjurist: „Unser Anspruch war, von Anfang an Teil der Produktentwicklung zu sein“

Die Schufa hat ihren Bonitätsscore grundlegend überarbeitet und die Berechnungslogik erstmals offengelegt. Für die Rechtsabteilung war das nicht nur ein regulatorisches Projekt, sondern ein tiefgreifender Transformationsprozess. Florian Reul, Head of Legal der Schufa, erläutert, wie sein Team die Entwicklung begleitet hat, welche rechtlichen Fragen dabei im Mittelpunkt standen und warum die Arbeit mit dem Go-live längst nicht abgeschlossen ist.

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JUVE: Die Offenlegung des Schufa-Scores wird oft als Reaktion auf Gerichtsentscheidungen und regulatorischen Druck dargestellt. War das tatsächlich der Auslöser?
Florian Reul: Nein, das greift zu kurz. Die Entscheidung für mehr Transparenz wurde bei der Schufa bereits 2022 getroffen und war eine strategische Weichenstellung des Vorstands, insbesondere von Tanja Birkholz. Natürlich haben die EuGH-Entscheidungen und die regulatorischen Entwicklungen der vergangenen Jahre die Richtung bestätigt. Aber die Transparenzoffensive war schon vorher auf den Weg gebracht worden. Heute sehen wir, dass sowohl Gesetzgeber als auch Aufsichtsbehörden und Verbraucher deutlich höhere Anforderungen an Transparenz und Erklärbarkeit stellen. Insofern fühlen wir uns in der damaligen Entscheidung bestätigt.

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