Skrupelloser Ex-Manager

Florian Homm taucht aus Versenkung auf und stellt sich Vorwürfen mit US-Anwalt

Autor/en
  • JUVE

Der seit 2007 verschwundene frühere Hedgefondsmanager und Spekulant Florian Homm ist wieder aufgetaucht und will sich den Betrugs- und Manipulationsvorwürfen stellen. Homm war im September 2007 plötzlich abgetaucht und seither nicht auffindbar. Mit ihm soll seinerzeit ein Millionenvermögen verschwunden sein.

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Die US-Börsenaufsicht SEC hat ihn vor rund einem Jahr wegen Kursmanipulation verklagt. Er soll 63 Millionen Dollar erschlichen haben. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft München aktuell im Umfeld Homms, führt den Ex-Spekulanten aber derzeit nicht als Verdächtigen.

Frühere Geschäftspartner, die 30 Millionen Euro von Homm fordern, setzten in diesem Jahr über den Privatermittler Josef Resch zwischenzeitlich sogar ein Kopfgeld von 1,5 Millionen Euro auf Homm aus. Der Lübecker Anwalt York Kluge vertritt die Interessen der Auftraggeber und forderte Resch offenbar im August dazu auf, das Kopfgeld zurückzuziehen. Zuvor sollen mehrere Familien bedroht worden seien.

Homm selbst meldete sich nun nach fünf Jahren in mehreren Interviews und per Video wieder zu Wort, eigenen Angaben zufolge ist dies auch eine Folge des Kopfgelds. Seine Familie und sein Anwalt, der zu seinen engsten Freunde gehört, seien bedroht worden, so Homm. Er selbst hat nun 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt, um die Auftraggeber des Kopfgelds zu finden.

Homm will sich den Vorwürfen stellen und auf mögliche Prozesse in den USA und Europa einlassen. Er zählte vor fünf Jahren zu den schillerndsten wie umstrittensten Fondsmanagern und Spekulanten hierzulande. Sein Vermögen soll bei rund 400 Millionen Euro gelegen haben. Bekannt wurde er unter anderem durch sein Investment beim Fußballverein Borussia Dortmund und seine Investmentgesellschaft Absolute Capital Management, die in Spitzenzeiten über drei Milliarden Dollar verwaltete. Die vermeintlichen Gewinne waren jedoch aufgepumpt. Als die Blase zu platzen drohte, verschwand Homm.

Ihm wird auch vorgeworfen, Unternehmen auszuplündern. Demnach spürte er Schwachstellen von Unternehmen auf, machte diese öffentlich und wettete parallel auf einen Kursverfall der Aktie – etwa Mitte der 1990er-Jahre bei der Pleite-Werft Bremer Vulkan.

Den Großteil seines Vermögens habe sein Treuhänder 2009 verspekuliert, so Homm heute. Von den einst 400 Millionen Euro Vermögen, die Homm nicht dementiert, sei nur noch ein Prozent übrig. Davon benötige er viel für seinen Anwalt. Seit Jahren vertraut der Ex-Spekulant auf den US-Anwalt Adam Kravitz, der früher unter anderem auch Finanzvorstand der einst von Homm dominierten Flirtbörse Matchnet war.

Kravitz betreibt eine Kanzlei in Coral Springs im US-Bundesstaat Florida. Zu Beginn seiner Karriere war er unter anderem in London tätig, zunächst bei der Sozietät Mishcon de Reya Solicitors und später bei Zellermayer Pelossof & Schiffer, die ihren Hauptsitz in Tel Aviv hat. (René Bender)

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