Der Rechtsanwalt und Steuerberater wird spätestens zum August als Equity-Partner zu RP Richter & Partner wechseln, für die er ein Büro in Frankfurt eröffnet. Die multidisziplinäre Münchner Kanzlei, die über eine anerkannte Steuerpraxis verfügt, hat nun nach längerer Suche in Renner offenbar den richtigen Partner für den Start in Frankfurt gefunden. Das Büro soll seinen Schwerpunkt in der Corporate Tax-, Private Clients- und Corporate/M&A-Beratung haben.
Mit Renner wechselt auch ein Associate von Nörr zu RP Richter. Zum Startteam am Main gehört daneben der 34-jährige Steuerrechtler Thomas Müller, der im April als Salary Partner von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu RP Richter gewechselt war. Verstärkt wird das Büro zudem vom Münchner Corporate Tax Partner Frank Schönherr, der seinen Schwerpunkt nach Frankfurt verlegt. Hinzu kommen übergangsweise auch Urs Brandtner, Private Client-Partner und Spezialist für Steuerprodukte, sowie der Namens- und Managing Partner Wolfgang Richter.
Bei Nörr verbleibt nach dem Verlust von Renner in Frankfurt als vollqualifizierter Berufsträger im Steuerrecht zunächst nur noch Dr. Oliver Trautmann, der erst im vergangenen Jahr als Salary Partner von Ernst & Young gekommen war. An ihm wird es nun liegen, das Steuerrecht am Standort zu stabilisieren. „Wir trauen ihm zu, das Büro weiter zu entwickeln“, so der Co-Praxisgruppenleiter der Nörr-Steuerabteilung Stefan Hölzemann. Zudem sei man bereits in Gesprächen mit Steuerspezialisten verschiedener Senioritätsgrade, um in Frankfurt wieder aufzustocken. Ein Quereinsteiger auf der Ebene eines Equity-Partners sei jedoch nicht gewollt, so Hölzemann.
Zugespitzt scheint die Situation auch in Berlin. Dort verabschiedet sich Tim Dümichen nach neun Jahren von Nörr und geht zu KPMG, wo der Steuerberater bereits zwischen 1994 und 1999 tätig war. Dümichen machte sich vor allem einen Namen im Bereich Medienfonds – einem Geschäftsfeld, das seit einer Gesetzesänderung vor einiger Zeit keine wesentlichen Steuergestaltungsmöglichkeiten mehr zulässt.
Im Zuge des Weggangs wird Nörr wohl den Standort steuerrechtlich insgesamt neu ausrichten. Historisch bedingt sei Berlin vor allem kaufmännisch geprägt gewesen, sagte Hölzemann: „Hier möchten wir nun vermehrt steuerjuristisch, transaktions- und strukturbezogen beraten. Dies passt zu der starken Transaktionsorientierung des Berliner Corporate-Teams“, so Hölzemann. Nach dem Weggang Dümichens verbleiben in Berlin drei Associates im Steuerrecht. (Jörn Poppelbaum)