Steuerrecht

Nörr verliert zwei Partner/ RP Richter eröffnet in Frankfurt

Das Steuerrechtsteam von Nörr Stiefenhofer Lutz steht vor einem größeren Umbruch. Der Frankfurter Senior Counsel Dr. Georg Renner (43) verlässt die Kanzlei ebenso wie der Berliner Partner Tim Dümichen (39). Sie gehen unabhängig voneinander, die Konsequenzen für Nörr sind jedoch weitreichend.Renner hat seit seinem Einstieg bei Nörr im September 2002 die Entwicklung des Frankfurter Büros zu einem Standort für steuerrechtliche Transaktionsberatung sichtbar vorangetrieben. Mit der ING Real Estate Gruppe betreut er einen der umsatzträchtigsten Mandanten der Nörr-Steuerabteilung. Renner - zuletzt auf eine Stufe zwischen Salary- und Equity-Partner angesiedelt - beriet das Immobilienhaus etwa im vergangenen Jahr beim Erwerb von drei Bürokomplexen in Hamburg, Hannover und Dortmund sowie beim Kauf des Frankfurter "Westendduos".

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Der Rechtsanwalt und Steuerberater wird spätestens zum August als Equity-Partner zu RP Richter & Partner wechseln, für die er ein Büro in Frankfurt eröffnet. Die multidisziplinäre Münchner Kanzlei, die über eine anerkannte Steuerpraxis verfügt, hat nun nach längerer Suche in Renner offenbar den richtigen Partner für den Start in Frankfurt gefunden. Das Büro soll seinen Schwerpunkt in der Corporate Tax-, Private Clients- und Corporate/M&A-Beratung haben.

Mit Renner wechselt auch ein Associate von Nörr zu RP Richter. Zum Startteam am Main gehört daneben der 34-jährige Steuerrechtler Thomas Müller, der im April als Salary Partner von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu RP Richter gewechselt war. Verstärkt wird das Büro zudem vom Münchner Corporate Tax Partner Frank Schönherr, der seinen Schwerpunkt nach Frankfurt verlegt. Hinzu kommen übergangsweise auch Urs Brandtner, Private Client-Partner und Spezialist für Steuerprodukte, sowie der Namens- und Managing Partner Wolfgang Richter.

Bei Nörr verbleibt nach dem Verlust von Renner in Frankfurt als vollqualifizierter Berufsträger im Steuerrecht zunächst nur noch Dr. Oliver Trautmann, der erst im vergangenen Jahr als Salary Partner von Ernst & Young gekommen war. An ihm wird es nun liegen, das Steuerrecht am Standort zu stabilisieren. „Wir trauen ihm zu, das Büro weiter zu entwickeln“, so der Co-Praxisgruppenleiter der Nörr-Steuerabteilung Stefan Hölzemann. Zudem sei man bereits in Gesprächen mit Steuerspezialisten verschiedener Senioritätsgrade, um in Frankfurt wieder aufzustocken. Ein Quereinsteiger auf der Ebene eines Equity-Partners sei jedoch nicht gewollt, so Hölzemann.

Zugespitzt scheint die Situation auch in Berlin. Dort verabschiedet sich Tim Dümichen nach neun Jahren von Nörr und geht zu KPMG, wo der Steuerberater bereits zwischen 1994 und 1999 tätig war. Dümichen machte sich vor allem einen Namen im Bereich Medienfonds – einem Geschäftsfeld, das seit einer Gesetzesänderung vor einiger Zeit keine wesentlichen Steuergestaltungsmöglichkeiten mehr zulässt.

Im Zuge des Weggangs wird Nörr wohl den Standort steuerrechtlich insgesamt neu ausrichten. Historisch bedingt sei Berlin vor allem kaufmännisch geprägt gewesen, sagte Hölzemann: „Hier möchten wir nun vermehrt steuerjuristisch, transaktions- und strukturbezogen beraten. Dies passt zu der starken Transaktionsorientierung des Berliner Corporate-Teams“, so Hölzemann. Nach dem Weggang Dümichens verbleiben in Berlin drei Associates im Steuerrecht. (Jörn Poppelbaum)

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