Die Entscheidung zur Aufteilung sei in der vergangenen Woche nach einem Treffen der Brüder und ihrer Mediatoren gefallen, heißt es in einem Bericht. Angeregt hatte die Teilung zuvor der Mumbai High Court, den Shardul angerufen hatte, um die Gültigkeit des Testaments von Bharti Shroff, Mutter der beiden Anwälte, feststellen zu lassen. Sie hielt bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 den größten Anteil an der Kanzlei. In ihrem letzten Willen soll sie verfügt haben, dass ihr älterer Sohn Shardul ihren gesamten Anteil an Amarchand bekommt.
Geplant ist Medienberichten zufolge nun eine geografische Aufspaltung des Geschäfts. Weitere Details der Trennung müssen noch verhandelt werden. Schon jetzt leitet Shardul das Büro in Neu Delhli und bedient von dort auch die Märkte in Gurgaon, Kalkutta und Ahmedabad. Sein Bruder Cyril agiert von Mumbai aus und ist ebenso in Bangluru, Hyderabad und Chennai aktiv. Angeblich sollen die Brüder ein einjähriges Wettbewerbsverbot vereinbart haben. Experten vermuten, dass sie danach versuchen werden, in die Gebiete des jeweils anderen vorzudringen und somit auch in Zukunft den kompletten indischen Markt abzudecken. Marktexperten zufolge ist es in Indien grundsätzlich schwierig, den gesamten Markt abzudecken, wenn man nur von Neu Delhi oder von Mumbai aus operiert.
In Deutschland arbeiten einige Kanzleien bei Deals mit Indienbezug regelmäßig mit der Marktführerin Amarchand zusammen. Hengeler Mueller etwa unterhält eine Best-Friends-Beziehung zu der Top-Kanzlei. DLA Piper arbeitete zuletzt beim Verkauf eines indischen Digitalvermarkters sowie beim Joint Venture von Villeroy & Boch mit einem indischen Unternehmen mit der Kanzlei zusammen. Verantwortlich auf deutscher Seite war hier jeweils der Co-Managing-Partner von DLA, Dr. Benjamin Parameswaran. „Es ist sehr bedauerlich, dass es zur Trennung kommt. Ich bin allerdings sicher, dass beide Teile der Kanzlei starke Player im indischen Markt bleiben werden“, sagt Parameswaran zu den aktuellen Entwicklungen.