Die stetig steigenden Associate-Gehälter sorgen in Partnerkreisen für gemischte Gefühle. Dass Berufsanfänger für ihre begrenzte Leistung so gut bezahlt werden, bringt Ressentiments mit sich. Dass die Kanzleien damit ein materialistischeres, weniger ganzheitliches Berufsbild fördern, nährt Schuldgefühle. Dazu kommt Resignation: Man fühlt sich den Marktströmungen ausgeliefert. Vielleicht sollte aber auch das Gefühl von Mitleid eine Rolle spielen. Denn die Anforderungen werden immer härter. Die Rechnung ist einfach: Kanzleiprofitabilität und Associate-Gehälter legen weiter zu. Müssen Associates nun mehr oder weniger arbeiten, um ihre immer aufwendigere Ausbildung zu amortisieren? Ende der 1990er Jahre entbrannte ein erbitterter Gehälterkrieg in den USA zwischen Kanzleien an der Ost- und der Westküste, doch mit der Bezahlung nahmen auch die Arbeits- und Honorarstunden der Associates zu.
Hierzulande ist nun Ähnliches zu beobachten. Allerdings hätten die Kanzleien schon immer gerne mehr Absolventen mit Prädikatsexamina engagiert, als der Markt hergab. Neu ist, dass die meisten Sozietäten heute Absolventen mit schlechteren Noten einstellen (was ungern zugegeben wird) und zu finanziellen Argumenten greifen, um sich die besten Berufseinsteiger zu
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