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30.11.2006

Bayer verkauft H.C. Starck: Advent und Carlyle vertrauen auf Lovells und Milbank

Die Bayer AG hat ihre Tochtergesellschaft H.C. Starck für rund 1,2 Milliarden Euro an ein Finanzkonsortium, bestehend aus Advent International und Carlyle, verkauft.Das Transaktionsvolumen setzt sich aus einer Barkomponente von mehr als 700 Millionen Euro sowie der Übernahme von Finanzverbindlichkeiten und Personalverpflichtungen in Höhe von rund 450 Millionen Euro zusammen.

Als finanzierende Banken traten die Dresdner Bank, Commerzbank und die japanische Mizuho Bank auf. Der Verkauf soll – vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden – Anfang 2007 abgeschlossen werden. Der Erlös dient der Finanzierung der Schering-Übernahme. Advent und Carlyle kündigten an, das Geschäft von H.C. Starck weiterentwickeln und das Unternehmen innerhalb von drei bis fünf Jahren an die Börse bringen zu wollen.

Auch Bain Capital und Umicore hatten sich für das Goslaer Unternehmen interessiert. H.C. Starck produziert Metall- und Keramikpulver, Spezialchemikalien sowie Bauteile aus Ingenieurkeramik und Refraktärmetallen. (Mathieu Klos)

Berater Advent/Carlyle Group
LOVELLS : Dr. Joachim Habetha (Federführung; Private Equity; Frankfurt), Katherine Mulhern (London), Tim Lester (Tokyo; beide Private Equity/Corporate), Tom Bush (Handels- und Vertragsrecht; Chicago), Dr. Martin Fähndrich (Düsseldorf), Dr. Söhnke Ahrens (Frankfurt; beide IP), Bernd Klemm (Pensions), Stephan Geibel (Steuerrecht; beide München), Nick Bromfield (Kartellrecht; London); Associates: Dr. Ina Berg-Winters, Michael Stein, Dr. Christiane Gans (alle Frankfurt), Edwin de la Rosa (London), Christopher Winckler (New York), Andrew Cobden (Tokyo; alle Private Equity), Dr. Patrick Ayad, Dr. Thilo von Bodungen (beide Handels- und Vertragsrecht, München), Dr. Marcus Schreibauer, Bernhard Kuchler (beide Düsseldorf), Dr. Friederike Franke (alle IP; Frankfurt), Dr. Anja Lingscheid (Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Helen Ghebrewebet (Pensions; München), Dr. Lorenz Zabel (Frankfurt), Jackie Smith (beide Umweltrecht; London), Dominique Seifert (Frankfurt), Sandra Köhling (Immobilienrecht; Hamburg), Daniel von Brevern (Kartellrecht; Düsseldorf)
MILBANK TWEED HADLEY & MCCLOY (Frankfurt/München): Dr. Rainer Magold (Lead Fremdfinanzierung), Dr. Rolf Gerald Füger (Lead Steuerrecht), Dr. Norbert Rieger (Gesellschaftervereinbarung); Associates: Dr. Thomas Ingenhoven, Stephan Dulitz, Maximilian Schneider (alle Fremdfinanzierung), Dr. Thomas Kleinheisterkamp (Steuerrecht)

Berater Bayer
HENGELER MUELLER (München): Dr. Hans-Jörg Ziegenhain, Dr. Emanuel Strehle (Frankfurt), Dr. Carsten Schapmann (alle Gesellschaftsrecht/M&A; Düsseldorf), Dr. Ernst-Thomas Kraft (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Dirk Uwer (Öffentliches Recht), Dr. Thorsten Mäger (Kartellrecht; beide Düsseldorf); Associates: Dr. Daniel Wiegand, Dr. Fabian Dietz, Stephanie Bermig, Dr. Alexander Kessler, Dr. Nikolas Hübschen, Dr. Christian Bürger (alle drei Düsseldorf), Dr. Stefan Mayer
INHOUSE (Leverkusen): Dr. Lars Benecke (Chefjustiziar Bayer Material Science), Dr. Stefan Gehring

Berater finanzierende Banken
LATHAM & WATKINS (Frankfurt): Dr. Christina Ungeheuer, Claus Gerber, Stefan Süss (Steuerrecht; München); Associates: Hauke Hintze, Frank Sölch

Berater Bain Capital
Nicht bekannt

Berater Umicore
Nicht bekannt

Lovells an der Seite von Advent zu sehen, ist keine wirkliche Überraschung und dennoch ein wichtiger Erfolg für die Frankfurter Private-Equity-Praxis. Ihre Verbindung zu Advent scheint weiter stabil zu sein. Nach dem Weggang von gleich drei der bekanntesten Londoner PE-Partner war mit Spannung erwartet worden, wie sich dieses Mandatsverhältnis entwickeln würde, nicht zuletzt weil die Verbindung Lovells-Advent ursprünglich aus London kam. Lovells-Partner Habetha ist seit langem für Advent in Deutschland tätig. So hatte er beispielsweise den Kauf und Wiederverkauf von Viatris begleitet. Auch in der Folge trat er immer wieder für Advent auf, so beim Erwerb von HT Troplast. Da Habetha nicht jedoch unbedingt als Vertrauensanwalt von Carlyle bekannt ist, darf die jetzige Mandatierung durch das Bieterkonsortium als doppelter Erfolg gewertet werden.

Denn bei der Übernahme von HT Troplast setzten Advent und Carlyle noch auf getrennte Beraterteams: Advent auf Habetha und Carlyle auf den damaligen Ashurts-Partner Dr. Jörg Kirchner (heute Latham & Watkins). Ebenfalls mit von der Partie für Carlyle waren die Milbank-Partner Füger und Rieger (Steuerstrukturierung) sowie Magold, der damals noch als Baker & McKenzie-Partner zur Akquisitionsfinanzierung beriet. In den guten Beziehungen der drei Partner zu Carlyle dürfte auch der Schlüssel für die abermalige Mandatierung von Milbank durch das Erwerberkonsortium liegen, die wiederum die Mantierung der finanzierenden Banken beeinflusste.

Erstmalig machte Latham das Rennen an der Seite der Dresdner Bank. Dabei zahlte sich der Zugewinn von Finanzrechtspartnerin Ungeheuer aus, die im Sommer von Milbank zu Latham gewechselt war. Sie hatte schon früher gemeinsam mit Magold die Dresdner Bank beraten. Die enge Verbindung zwischen der Bank und Magold ist marktbekannt. Da der Milbank-Partner nun jedoch bereits auf Käuferseite agierte, war der Weg für Latham frei.

Unerschütterlich steht Hengeler an der Seite von Bayer bei den großen Transaktionen 2006: Nachdem man Bayer nicht bei der Schering-Übernahme begleitet hatte – Latham kam hier zum Zuge –, betreute Hengeler in Folge den Verkauf der Diagnostiker-Sparte an Siemens und die Kapitalerhöhung des Chemie- und Pharmariesen.

Für Hans-Jörg Ziegenhain ist der Starck-Verkauf das erste Mandat für die Leverkusener seit seinem Wechsel von Freshfields Bruckhaus Deringer zu Hengeler. Dass der Münchner allerdings über reichhaltige Erfahrungen mit Chemie-Transaktionen verfügt, stellte er in zahlreichen Mandaten für Degussa unter Beweis, so in 2003 beim Verkauf des Degussa-Bayer-Jointventures Polymer Latex. Aus diesem Mandat stammt auch sein Kontakt zur Bayer-Rechtsabteilung.

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