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21.08.2009

Ende der Flaute mit Kalle: Silverfleet setzt bei erstem großen Buy-out des Jahres auf Latham

Für 212,5 Millionen Euro hat der britische Private-Equity-Investor Silverfleet Capital den Wiesbadener Wursthüllenhersteller Kalle übernommen. Verkäufer war der ebenfalls britische Finanzinvestor Montagu. Mit der Transaktion ist der erste größere Leveraged-Buy-out seit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers im September 2008 perfekt.

Ein Konsortium von sieben Banken unter Führung der Bank of Ireland finanzierte den Kauf durch Fremdkapital in Höhe von 133,4 Millionen Euro. Private-Equity-Investoren leiden seit fast einem Jahr darunter, dass Banken aufgrund der Wirtschaftskrise kaum noch Kredite für Zukäufe vergeben. Auch bei diesem Deal agierten die Kreditgeber sehr vorsichtig, was erstens die große Anzahl der beteiligten Banken belegt und zweitens die Tatsache, dass jedes einzelne Institut nur eine kleine Tranche mit geringem Risiko übernimmt.

Die Kalle-Gruppe produziert mit 1.300 Mitarbeitern vor allem industriell hergestellte Wurstpellen, zweites Standbein des Unternehmens sind Schwammtücher. Das traditionsreiche Unternehmen setzte zuletzt mehr als 200 Millionen Euro um.

Kalle ist nun zum driten Mal hintereinander in Händen eines Private-Equity-Investors. Die ehemalige Tochter des Chemiekonzerns Hoechst war zuvor 1997 an den Investor CVC Capital verkauft und 2004 an Montagu weitergereicht worden. (Silke Brünger)

Berater Silverfleet Capital
LATHAM & WATKINS (München): Dr. Jörg Kirchner (Federführung; Corporate), Dr. Andreas Diem (Finance), Claudia Heins (Arbeitsrecht), Graeme Sloan (Corporate; London), Gaby Eickstädt (Kartellrecht); Associates: Dr. Kilian Helmreich, Dr. Christina Palmes, Dr. Liane Bednarz (alle Corporate), Florian Schormair, Dr. Julius Neuberger (beide Finance), Nina Siegfried (Finance; Frankfurt), Dr. Tobias Leder (Arbeitsrecht)

Berater Montagu
CLIFFORD CHANCE (Frankfurt): Christopher Kellett (Federführung; Private Equity), Marc Besen (Kartellrecht; Düsseldorf), Lars Benger (Federführung; Private Equity), Torsten Syrbe (Kartellrecht; Moskau); Associates: Frederick Mühl (Private Equity), Dr. Achim Gronemeyer (Kartellrecht; Düsseldorf)

Berater Bankenkonsortium
ASHURST (Frankfurt): Dr. Stephan Kock (Federführung; Finance), Anne Force (International Finance), Rich Davis (Washington); Associates: Miriam Petri, Dr. Werner Gumpp, Richard Schulze-Muth (alle Finance), Esther Budding (International Finance), Mark Fiekers (Washington; Finance)
EISENBERGER & HERZOG (Wien): Dr. Peter Winkler; Associate: Philipp Baubin – aus dem Markt bekannt
VAN DOORNE (Amsterdam): Stefan van Rossum; Associates: Geert Drese, Ronald Mik – aus dem Markt bekannt

Latham hatte auch schon beim letzten Leveraged-Buy-out vor dem Ausbruch der globalen Wirtschaftskrise beraten, als der Schweizer Investor Capvis Equity Partners vor fast einem Jahr für rund 308 Millionen Euro das Sicherheitstechnikunternehmen Bartec erwarb.

Damals beriet die Kanzlei jedoch federführend aus ihrem Hamburger Büro, während sie jetzt von München aus tätig war. Den angesehenen Münchner Latham-Partner Jörg Kirchner kennt Silverfleet schon aus der Vergangenheit, der Investor mandatierte den Private-Equity-Spezialisten zum Beispiel schon 2007 beim Erwerb des Zeitarbeitsunternehmens Orizon, als der Fonds noch an PPM Capital angegliedert war.

Auch Clifford-Partner Christopher Kellett hat sich mit der Beratung von Montagu eindrucksvoll im Markt zurückgemeldet. Es ist zwar keine größere Überraschung, ihn an der Seite von Montagu zu sehen – er hatte den Investor schon zuvor beraten – aber dennoch alles andere als selbstverständlich: Denn 2004 beim Einstieg von Montagu bei Kalle stand Kellett noch auf der Gegenseite und beriet den Verkäufer CVC Capital.

Montagu vertraute damals auf Weil Gotshal & Manges. Daneben mandatierte Montagu in der Vergangenheit aber auch die Düsseldorfer Kanzlei Orth Kluth, so im Frühjahr 2008 beim Verkauf des Gasfederproduzenten Stabilus.

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