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27.10.2009

Geschluckt: Freshfields und Neussel & Martin begleiten Blanchet-Übernahme

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien haben die bekannte Weinmarke Blanchet gekauft. Verkäufer war das Mainzer Traditionsunternehmen Racke.

Dessen Hauptgesellschafter Marcus Moller-Racke hatte vergangene Woche angekündigt, sich von zahlreichen Marken trennen zu wollen, um die Unternehmensgruppe weiter zu entschulden. Das Mainzer Weinunternehmen drücken Pensionsverbindlichkeiten eigener Mitarbeiter in Höhe von über 50 Millionen Euro. Laut Medienberichten liegt der Kaufpreis zwischen 20 und 25 Millionen Euro.

Mit 10,6 Millionen abgesetzten Flaschen gehört Blanchet zu den bekanntesten Markenweinen in Deutschland, zuletzt erzielte Racke damit einen Umsatz von 23,5 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt in Bremen und Mainz 150 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von 110 Millionen Euro.

Die Rotkäppchen-Mumm-Gruppe mit Sitz in Freyburg, Sachsen-Anhalt, kam demgegenüber zuletzt auf einen Umsatz von mehr als 740 Millionen Euro. In der Sektsparte ist Rotkäppchen-Mumm hierzulande bereits Marktführer, mit dem Zukauf will die ostdeutsche Kellerei nun auch groß ins Weingeschäft einsteigen. (Marcus Jung)

Berater Rotkäppchen-Mumm
Freshfields Bruckhaus Deringer (Köln): Matthias Koch (Federführung; IP), Dr. Burkhard Bastuck, Dr. Franz Aleth (beide Unternehmensrecht), Dr. Joachim Pfeffer (Kartellrecht), Dr. Adalbert Rödding (Steuerrecht); Associates: Dr. Kathrin Samwer (IP), Dr. Wolf Harlfinger (Unternehmensrecht), Franziska Bühring (Steuerrecht)
Inhouse (Freyburg): Lucia Schwab (Leiterin Rechtsabteilung)

Berater Racke
Neussel & Martin (Bad Kreuznach): Dr. Walther Neussel (Gesellschaftsrecht/M&A)

Hintergrund: Rotkäppchen-Mumm vertraut bei Transaktionen schon länger auf das Kölner Freshfields-Büro. Anders als etwa beim Kauf des deutschen Spirituosengeschäft von Eckes vor mehr als zwei Jahren oder bei Mehrheitsübernahme der Geldermann Privatsektkellerei in 2003 leitete diesmal aber nicht Corporate-Partner Bastuck die Transaktion.

Aufgrund der großen Bedeutung von markenrechtlichen Aspekten lag die Federführung statt dessen bei IP-Partner Matthias Koch. Unter ähnlichen Vorzeichen stand zuletzt auch der Verkauf der Hotelmarke Steigenberger an den Touristikkonzern Travco.

Die Bad Kreuznacher Sozietät Neussel & Martin betreut den Racke-Hauptgesellschafter seit einigen Jahren regelmäßig. Zuvor beriet Clifford Chance den Getränkehersteller, so beim Verkauf eines Werks an Schwarze & Schlichte in 2003 und ein Jahr später bei der Veräußerung seiner Sekt- und Spirituosensparte an den Oetker-Konzern.

Die Beziehung von Neussel & Martin zu Racke kam dem Vernehmen nach über die Empfehlung eines Aufsichtsratsmitglieds zustande. Namenspartner Neussel war vor seinem Schritt in eigene Sozietät bis Mitte der 1990er Jahre bei der Mayer Brown-Vorgängerin Albert Flad & Schlosshan in Frankfurt tätig, sein Partner Dr. Helmut Martin war bis 2002 in diversen Geschäftsbereichen der Pfandbriefbank Depfa aktiv.

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