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16.06.2010

Buy-out: Gruppe um Stefan Aust baut bei Kauf von N24 auf Renzenbrink und KNPZ

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat seine defizitären Nachrichtentochter N24 veräußert. Den Zuschlag erhielt eine Investorengruppe um Stefan Aust, dem Ex-Chefredakteur des Nachrichtenmagazins ‚Der Spiegel‘. Neben Aust gehören auch Thorsten Pollfuß, früherer kaufmännischer Leiter von Spiegel TV, sowie ein N24-Managerteam um Dr. Torsten Rossmann der Bietergemeinschaft an.

Die Investoren übernehmen nicht nur den Sender vollständig, sondern auch dessen Produktionsgesellschaft Maz & More.

Renzenbrink_Ulf
Ulf Renzenbrink

Laut Medienberichten liegen künftig jeweils 26 Prozent der Anteile an N24 in den Händen von Rossmann und Aust. Pollfuß soll zwölf Prozent der Anteile halten. Die N24-Manager Frank Meißner und Karsten Wiest seien ebenfalls mit je zwölf Prozent beteiligt. Das Konsortium gründete im Zuge der Transaktion die N24 Media GmbH in Berlin.

Um N24 mitgeboten hatte unter anderem auch der russische Investor Dimitri Lesnewski, der mit seinem Unternehmen Ren Media TV aber unterlegen war.

ProSiebenSat.1 entstehen durch den Verkauf Kosten in Höhe von 41 Millionen Euro sowie Abschreibungen auf Anlagegüter von voraussichtlich bis zu 12 Millionen Euro. N24 fuhr zuletzt Verluste ein. So stürzte der Gewinn von knapp 20 Millionen Euro in 2007 auf rund 13 Milionen Euro in 2008. Die Zahlen für 2009 wurden nicht veröffentlicht. (Parissa Kerkhoff)

Berater Management
Renzenbrink Raschke von Knobelsdorff Heiser (Hamburg): Dr. Ulf Renzenbrink (Federführung), Dr. Thorsten Raschke (beide Corporate/M&A), Marc Kotyrba (Steuern); Associates: Dr. Lars Kirschner, Dr. Martin Witt (beide (Corporate/M&A)
KNPZ Rechtsanwälte (Hamburg): Dr. Kai-Uwe Plath, Dr. Gösta Schindler (beide Medien, IP/ IT)
Inhouse (ProSiebenSat.; Unterföhrung): Moira Schiener

Berater ProSiebenSat.1
Milbank Tweed Hadley & McCloy
(München): Dr. Norbert Rieger (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Rolf Füger, Dr. Thomas Kleinheisterkamp (beide Steuerrecht), Dr. Alexander Rinne (Kartellrecht), Dr. Thomas Ingenhoven (Finanzierungen; Frankfurt); Associates: Dr. Michael Pujol, Dr. Daniel Gubitz, Camille Lamy, Dr. Tobias Nikoleyczik, Ines Butenschön (alle Corporate/M&A); Tobias Beuchert (Steuerrecht), Dr. Tatjana Mühlbach (Kartellrecht)
Inhouse
(Unterföhring): Conrad Albert (Federführung), Alexander von Voß, Dr. Michael Müller, Martin Metzger

Berater Ren Media TV

Noerr: Dr. Alexander Ritvay, Santiago Ruiz de Vargas – aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: Bei der Transaktion kam es zu einem Wiedersehen früherer Kollegen von Freshfields Bruckhaus Deringer. Renzenbrink und Raschke hatten sich Anfang 2005 mit zwei weiteren Freshfields-Associates aus dem Hamburger Büro der Kanzlei abgespalten und ihre eigene Sozietät gegründet (mehr…). In der neuen Formation berieten die Namenspartner bereits häufiger bei Management-Buy-outs. Bekannt war zuletzt die Übernahme der Schneider-Gruppe durch das Management und den Investor Barclays Private Equity. Hier waren Renzenbrink und Raschke allerdings auf der Seite einer der Veräußerer, der Familie Schneider, tätig (mehr…).

Dem Vernehmen nach kam die Kanzlei nun über eine Empfehlung des früheren Freshfields-Kollegen Norbert Rieger auf die Seite der erfolgreichen Bieter. Rieger war Mitte 2004 aus dem Münchner Freshfields-Büro zu Milbank gewechselt (mehr…), wo er mittlerweile Mitglied im Global Executive Committee ist (mehr…). Milbank beriet ProSiebenSat.1 in den vergangenen Jahren umfangreich und ist auch bei der Neuordnung des Panels des Medienkonzerns in 2009 für Gesellschaftsrecht gesetzt worden (mehr…). Die US-Kanzlei betreute die Mediengruppe bereits 2005 bei der anvisierten und später gescheiterten Übernahme durch den Axel-Springer-Konzern (mehr…).

dem ehemaligen Spiegel-Chefredakteur
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