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01.02.2012

Edelstahl: Outokumpu übernimmt mit Skadden ThyssenKrupp-Sparte

ThyssenKrupp verkauft seine Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Stahlkonzern Outokumpu. Der Kaufpreis in Höhe von 2,7 Milliarden Euro entspricht dem Unternehmenswert.

Scott Simpson

Scott Simpson

Im Rahmen der Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden steht, erhöht Outokumpu sein Kapital. ThyssenKrupp erwirbt eine Beteiligung von 29,9 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen. Zudem zahlt Outokumpu eine Milliarde Euro in bar, um Finanzschulden von Inoxum bei ThyssenKrupp abzulösen sowie weitere Schulden von Inoxum, bestehend aus externen Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen von insgesamt 422 Millionen Euro übernehmen. Darüber hinaus behält ThyssenKrupp eine Finanzforderung gegen Outokumpu im Nominalwert von 235 Millionen Euro. Konsortialführende Banken sind JP Morgan und Nordea.

Das neue Unternehmen firmiert unter dem Namen Outokumpu und hat seinen Hauptsitz im finnischen Espoo Finnland. Der finnische Staatsfonds Solidium, der einen Anteil von derzeit 30,8 Prozent an Outokumpu hält, hat sich verpflichtet, sich ebenfalls an der Kapitalerhöhung zu beteiligen.

Maximilian Schiessl

Maximilian Schiessl

Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Weltmarktführer im Edelstahlsektor, der zusammengerechnet 2011 einen Umsatz von rund 11,8 Milliarden Euro mit mehr als 19.000 Mitarbeitern weltweit erwirtschaftet hat. An den beiden deutschen Standorten in Krefeld und Bochum sollen jedoch Kapazitäten stufenweise abgebaut werden. Outokumpu und die Arbeitnehmervertreter einigten sich auf entsprechende Regelungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung. Vereinbart ist unter anderem der grundsätzliche Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen an allen deutschen Produktionsstandorten bis Ende 2015.

Berater Outokumpu
Skadden Arps Slate Meagher & Flom: Scott Simpson (M&A; London), Jim Venit (beide Federführung, Kartellrecht; Brüssel), Dr. Bernd Mayer, Dr. Lutz Zimmer (beide München), Pascal Bine (alle M&A; Paris), Richard Ely (Kapitalmarktrecht; London), Mark Darley, Dr. Johannes Kremer (beide Bankrecht; beide London/Frankfurt), Tim Sanders (Steuern; London), Elizabeth Malone (Umweltrecht; Wasington), Girogio Motta (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Ulrich Ziegler (Arbeitsrecht; Frankfurt); Associates: Dr. Tobias Koppmann, Dr. Hanns-Jörg Herwig (beide München/Frankfurt), Sandro de Bernardini, Cason Moore, Paolo Mara, Bobbie King, Michelle Mersey (alle London), Jens König, Filip Ludwig, Katja Findeisen, Tobias Reiser (alle M&A; alle München/Frankfurt), Tristram Gargent (Bankrecht), Alex Jupp (Steuern; beide London), Daniela Hildwein, Damien Catoir (beide M&A; beide Paris), Stacy Caulk, Daniel Kluck (beide Umweltrecht; beide Wasington), Jay Ze (M&A; Peking), Yuling Geng (Legal Manager; Hong Kong)
White & Case (Helsinki): Petri Haussila, Mikko Hulkko, Petri Avikainen (Bezugsrechtsemission und Kapitalerhöhung in Finnland)
Inhouse
(Espoo): Kimmo Karihtala – aus dem Markt bekannt

Berater ThyssenKrupp
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Maximilian Schiessl, Dr. Georg Seyfarth (M&A/Gesellschaftsrecht), Dr. Reinhold Ernst (Kapitalmarktrecht/Börsengang und Abspaltung), Dr. Carsten Schapmann (Gesellschaftsrecht/Abspaltung), Dr. Dirk Busch, Dr. Wolfgang Groß (beide Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. Christian Schwandtner (Gesellschaftsrecht), Dr. Stefanie Beinert, Dr. Martin Klein (beide Steuerrecht), Dr. Sven Schneider (Bankaufsichtsrecht; alle drei Frankfurt), Dr. Thomas Schmidt-Kötters (Öffentliches Recht), Dr. Nikolaus Vieten (Finanzierung; Frankfurt); Associates: Tobias de Raet, Thomas Fräbel, Antje Hagena, Daniel Halmer, Dr. Simeon Held, Henrik Humrich, Dr. Ge Jiang, Daniela Klar, Marcel Kielhorn, Dr. Daniel Möritz, Christian Nienkemper, Jan Penselin, Dr. Martin Ulbrich, Dr. Christian Wentrup, Dr. Carsten Wettich, Patrick Wilkening
Freshfields Bruckhaus Deringer (Düsseldorf): Dr. Martin Klusmann, Dr. Tim Schaper (beide Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Hannes Snellman (Helsinki): Johan Aalto (Due Diligence Finnland) – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Essen): Dr. Thomas Kremer (General Counsel), Dr. Thomas Lampert (M&A, Kartellrecht), Dr. Sebastian Lochen, Dr. Isolde Würz
Inhouse (ThyssenKrupp Steel AG; Duisburg): Dr. Philipp Voet van Vormizeele (Senior Legal Counsel), Klaus van den Woldenberg (Arbeitsrecht)

Berater Banken
Latham & Watkins: Nicht bekannt

Berater Arbeitnehmervertreter
Apitzsch Schmidt (Frankfurt): Prof. Dr. Marlene Schmidt (Arbeitsrecht)

Hintergrund: Skadden pflegt insbesondere über ihren Brüsseler Kartellrechts-Partner Venit seit rund einem Jahrzehnt eine Mandatsbeziehung zu Outokumpu. Aufgrund der großen Finanzierungskomponente leitete die Kanzlei das Mandat aus London heraus.

Hengeler Mueller setzte sich in einem Pitch erfolgreich gegen zwei weitere Kanzleien durch und kam so ins Mandat. Nachdem ThyssenKrupp im Mai 2011 bekannt gegeben hatte, den weltweit tätigen Bereich Stainless Global zu verselbständigen (Carve out), wurden verschiedene Lösungen verfolgt und von Hengeler beraten, darunter ein Börsengang, eine Abspaltung und ein Verkauf. ThyssenKrupp hatte mit Hengeler und Freshfields, die zum Kartellrecht berät, nun zwei Beraterinnen an ihrer Seite, die bereits mehrfach für das Unternehmen tätig waren. Freshfields begleitete zum Beispiel den Verkauf der Nordseewerke sowie den der Traditionswerft Blohm + Voss (mehr…). Daneben mandatiert Thyssen aber seit Jahren auch den heutigen Linklaters-Partner Kirchfeld, der bis Ende 2007 ebenfalls für Freshfields tätig war. Seit seinem Wechsel betreute er den Konzern etwa im Jahr 2009 bei der Integration der Tochtergesellschaft ThyssenKrupp Marine Systems und im Sommer 2011 beim Verkauf der Dienstleistungstochter Xervon (mehr…).

Marktinformationen zufolge beriet Linklaters im Vorfeld vor allem im Hinblick auf einen möglichen IPO die Banken, Deutsche Bank und Citibank, mit einem Team um Kirchfeld und den Frankfurter Partner Dr. Herbert Harrer.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Thyssen-Chefjurist Kremer in den Vorstand der Deutschen Telekom wechseln soll (mehr…).

Apitzsch-Partnerin Schmidt wurde von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG mandatiert, wobei sie vor allem zur IG Metall über gute Kontakte verfügt. Sie genießt unter anderem einen hervorragenden Ruf speziell zu Fragen des europäischen Arbeitsrechts. Bei ThyssenKrupp gibt es einen Europäischen Betriebsrat. (Geertje Oldermann)

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