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16.05.2012

Sanierung: Praktiker vertraut Freshfields, Anchorage setzt auf Kirkland & Ellis

Der Aufsichtsrat von Praktiker hat seinen Segen zum Finanzierungskonzept für die Restrukturierung gegeben. Allein das geplante Darlehen und die Kapitalerhöhung haben ein geschätztes Volumen von rund 135 Millionen Euro.

Lars Westpfahl

Lars Westpfahl

Die Baumarktkette arbeitet seit Ende November 2011 an dem Restrukturierungsprogramm. Das Finanzierungskonzept dazu sieht ein Darlehen von 85 Millionen Euro vor, den ein nicht namentlich genannter Investor stellt. Laut Medienberichten handelt es sich um Anchorage aus den USA.

Zudem beinhaltet das Finanzierungskonzept eine Kreditfazilität und eine Kapitalerhöhung auf Basis des bestehenden genehmigten Kapitals. Die Kapitalerhöhung dürfte sich auf geschätzte 40 bis 50 Millionen Euro belaufen. Mit dem Finanzierungskonzept wurde auch das Restrukturierungsprogramm selbst wesentlich verändert und das Finanzierungsvolumen verringert. Die Gläubiger der Anleihe, die restrukturiert werden soll, haben die Investmentbank Leonardo zu Rate gezogen.

Praktiker plant eine strategische Neuausrichtung und will unter anderem viele Praktiker-Märkte auf die Marke Max Bahr umstellen. Zeitgleich wurde bekannt, dass es mit der Zustimmung zur Finanzierung auch Personalveränderungen im Vorstand gibt. Vorstandsmitgliedern Thomas Fox und Josef Schultheis gaben ihr Sanierungsmandat auf.

Der frühere Karstadt-Sanierer Fox hatte Ende 2011 ein Sanierungskonzept vorgestellt, das ursprünglich Investitionen über 300 Millionen Euro vorsah. Der Plan soll allerdings sowohl von Aktionären als auch vom Aufsichtsrat kritisch aufgenommen worden sein. Aufsichtsrat Dr. Kay Hafner ist nun Vorstandsvorsitzender geworden. Das Finanzressort liegt weiterhin in der Verantwortung von Markus Schürholz.

Berater Praktiker
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Prof. Dr. Christoph Seibt (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Lars Westpfahl (Restrukturierung; beide Federführung), Yorck Jetter (München), Thomas Jörgens (New York; beide Bank-/Finanzrecht), Dr. Christian Ruoff (Steuerrecht), Dr. Niko Schultz-Süchting (Immobilienrecht), Dr. Wolfgang Kotzur (Bank-/Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Jochen Dieselhorst (IP/IT); Associates: Dr. Stephan Schulz, Dr. Gunnar Isenberg, Dr. Rachid Wiersch, Simon Schwarz (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Simone Schönen, Dr. Hauke Sattler (beide Restrukturierung), Anja Drees (Frankfurt), Benjamin Bechstedt, Moritz Voges (beide New York), Carsten Endres (München; alle Bank-/Finanzrecht), Ulrike Sommer (Steuerrecht), Dr. Claudia Stern, Dr. Annette Heinz (beide Immobilienrecht), Philipp Dohnke (IP/IT; Düsseldorf)
Inhouse (Kirkel): Oliver Heeb – aus dem Markt bekannt

Berater Investor
Kirkland & Ellis (München): Dr. Leo Plank – aus dem Markt bekannt

Berater Aufsichtsrat
Brinkmann & Partner (Hamburg): Dr. Thorsten Bieg – aus dem Markt bekannt

Berater Leonardo
Latham & Watkins: Frank Grell (Hamburg), Philipp von Randow (Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Freshfields ist bereits seit Längerem mit dem Praktiker-Komplex befasst. Die Sozietät hat die Brückenfinanzierung im Januar dieses Jahres begleitet. Für die Banken ist dabei laut Marktinformationen Linklaters tätig geworden. Das Mandat übernahmen demnach der Frankfurter Partner Kolja von Bismack bezüglich des Restrukturierungsteils und Julian Zaich wegen den Finanzierungsthemen.

Soweit bekannt wird Latham & Watkins demnächst für die Gläubiger der Praktiker-Anleihe tätig werden.

Kirkland-Partner Plank aufseiten von Anchorage überrascht nicht. Er hatte den Investor auch laut Marktinformationen beraten, als es um die Insolvenz des Automobilzulieferers Honsel ging. Damals war Anchorage ebenfalls als Investor beteiligt (mehr…). (Parissa Kerkhoff)

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