Juve Plus Stellenabbau

Neckermann strukturiert mit Luther um

Autor/en
  • JUVE

Das Versandhaus Neckermann will künftig als reiner Online-Händler auftreten. Deswegen stellt das Unternehmen sein Kataloggeschäft und das Eigentextilsortiment ein. Durch die Umstrukturierung fallen 1.380 Arbeitsplätze weg. Somit betrifft es über die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland.

Teilen Sie unseren Beitrag

Das Online-Geschäft des Unternehmens ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Im ersten Quartal 2012 lag das Umsatzplus bei 30 Prozent. Ebenfalls erfolgreich ist das Vertriebspartner-Geschäft, das im ersten Quartal dieses Jahres um 47 Prozent anstieg. 2010 setzte die Neckermann-Gruppe 1,3 Milliarden Euro um, davon machte das Online-Geschäft laut dem Unternehmen fast 80 Prozent aus. Zudem gewinne es fast 90 Prozent seiner Neukunden über das Internet.

Das Kataloggeschäft ging im gleichen Zeitraum hingegen stark zurück: Von Januar bis März erlitt Neckermann einen Umsatzverlust von rund 50 Prozent. 2011 lag das Minus bereits bei 18 Prozent. Dem Unternehmen zufolge sind vor allem die Textilwaren aus dem Katalog nicht mehr wettbewerbsfähig. Der Grund seien sinkende Verkaufszahlen und eine teure Infrastruktur.

Von der Restrukturierung sind die beiden Gesellschaften neckermann.de und Neckermann Logistik GmbH betroffen. In der Summe ergibt sich der Stellenabbau dadurch, dass Neckermann das Teilsortiment und alle Kataloge einstellt, die textillastige Logistik am Standort Frankfurt schließt sowie die Organisation eindampft. Für das Tochterunternehmen Happy Size Company sucht das Unternehmen nach einer strategischen Lösung und denkt dabei auch an einen Verkauf.

Berater Neckermann
Luther: Michael Rinke (Federführung; Köln); Associate: Achim Braner (beide Arbeitsrecht; Frankfurt)
Inhouse (Personalabteilung; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Berater Betriebsrat neckermann.de
Reinelt Maletzki (Frankfurt): Friedrich Reinelt (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Betriebsrat Neckermann Logistik
Fischer (Frankfurt): Burkhardt Fischer (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Luther-Partner Rinke berät neckermann.de schon länger bei kollektivrechtlichen Themen. Bevor er 2005 zunächst als Counsel bei Luther einstieg, war er Personalchef bei Karstadt (mehr…). Die Arbeitsrechtspraxis besitzt eine besondere Branchenexpertise bei Handelsunternehmen. Es ist bekannt, dass bisher vor allem Taylor Wessing für Neckermann im Arbeitsrecht tätig war.

Auf Seiten der Betriebsräte sind zwei Kanzleien tätig, die ausschließlich Arbeitnehmer, Betriebs- und Personalräte vertreten. Reinelt verfügt über gute Kontakte zur Gewerkschaft ver.di. Fischer genießt einen ausgezeichneten Ruf u.a. aufgrund seiner langjährigen Betreuung vieler Betriebsräte von Finanzunternehmen. Besonders umfangreich gestaltete sich zuletzt die Beratung des Betriebsrats der Deutschen Börse im Hinblick auf die geplante Fusion mit der New Yorker Börse NYSE. Zwischen beiden Kanzleien und den Neckermann-Betriebsräten bestehen schon seit Längerem Kontakte.

Von Seiten ver.dis nehmen die beiden Gewerkschaftssekretäre Wolfgang Thurner und Norbert Koesling an den Verhandlungen teil. Beide sitzen auch im Aufsichtsrat von Neckermann.

Kurz nachdem der Finanzinvestor Sun Capitals Neckermann erworben hatte, gab es bereits eine größere Unternehmensrestrukturierung. Linklaters, die Sun Capital beim Erwerb beraten hatte, begleitete damals Neckermann auch bei den strategischen Fragen der Restrukturierung. Im Arbeitsrecht war der Frankfurt Partner Dr. Michael Tepass tätig (mehr…).

Artikel teilen

Gerne dürfen Sie unseren Artikel auf Ihrer Website und/oder auf Social Media zitieren und mit unserem Originaltext verlinken. Der Teaser auf Ihrer Seite darf die Überschrift und einen Absatz des Haupttextes enthalten. Weitere Rahmenbedingungen der Nutzung unserer Inhalte auf Ihrer Website entnehmen Sie bitte unseren Bedingungen für Nachdrucke und Lizenzierung.

Für die Übernahme von Artikeln in Pressespiegel erhalten Sie die erforderlichen Nutzungsrechte über die PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin.
www.pressemonitor.de