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TAG sichert sich TLG-Wohnungen mit Noerr

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TAG Immobilien aus Hamburg hat den Zuschlag für die bundeseigene TLG Wohnen bekommen. Der Konzern übernimmt für rund 470 Millionen Euro mehr als 11.000 Wohnungen, die vor allem in Berlin, Rostock und Dresden liegen.

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Felix Blobel
Felix Blobel

Presseberichten zufolge sollen sich mehrere Investoren an dem Bieterwettbewerb beteiligt haben, etwa die KWG Kommunale Wohnen. Seit Längerem galt TAG als Favorit. Sie übernimmt auch Verbindlichkeiten in Höhe von rund 256 Millionen Euro.

Für die Finanzierung der Transaktion will TAG eine Kapitalerhöhung von über 30 Millionen Euro durchführen. Das Bankenkonsortium für die Kapitalerhöhung steht unter der Führung von Barclays und Credit Suisse. Die beiden Banken haben TAG auch eine Brückenfinanzierung in Höhe des Barkaufpreisanteils zugesichert.

Das Hamburger Unternehmen muss derzeit noch einen Zukauf aus dem Frühjahr schultern. Für rund eine Milliarde Euro inklusive Schulden erwarb es die BayernLB-Tochter DKBI und deren 25.000 ostdeutsche Wohnungen. Zugleich sind die Banken mit Immobilienfinanzierungen wegen der strengeren Kapitalanforderungen sehr zurückhaltend.

Zum Schutz der Mieter haben Bund und TAG eine Sozialcharta abgeschlossen, die laut Bundesfinanzministerium „deutlich über die geltenden Mieterschutzvorschriften“ hinausgeht. So werden alle bestehenden Mietverträge übernommen, Mieter erhalten fünf Jahre Schutz vor Kündigungen wegen Eigenbedarfs und zehn Jahre Schutz vor Mieterhöhungen wegen Luxussanierung. Ältere und behinderte Mieter erhalten lebenslanges Wohnrecht.

Jörg Kraffel
Jörg Kraffel

Für die vollständige Privatisierung der TLG steht noch der Verkauf der Gewerbeimmobilien aus. Sie haben einen Wert von rund einer Milliarde Euro. Die Verhandlungen befinden sich in der finalen Phase, als Favorit gilt der US-Investor Lone Star. Zuletzt hieß es zudem, dass eine Bietergemeinschaft aus dem Private-Equity-Duo Cerberus und Blackstone ebenfalls noch im Rennen ist. 

Ein erster Privatisierungsversuch der ostdeutschen TLG war vor rund vier Jahren gescheitert, damals tobte die sogenannte Subprime-Krise. Im Frühjahr schob die Bundesregierung den TLG-Verkauf wieder an. Sie hat sich erhofft, rund 1,85 Milliarden Euro für die beiden Gesellschaften zu erhalten. Als Einheit betrachtet ist die TLG-Privatisierung der größte Immobiliendeals des Jahres.

Berater TAG
Noerr
(Berlin): Felix Blobel (Federführung, Corporate), Dr. Dirk Lentfer, Dr. Florian Ehrich (beide Immobilienrecht), Dr. Carsten Heinz (Tax); Associates: Christian Garz (Tax), Dr. Clemens Schönemann (Immobilienrecht), So-Ang Park (Corporate)

Berater Bankenkonsortium/Barclays/Credit Suisse
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler (Federführung), Gernot Wagner, Dr. Knut Sauer (alle Kapitalmarktrecht), Thomas Neubaum; Associate: Bianca Engelmann (beide Bank-/Finanzrecht)

Berater Bund
White & Case (Berlin): Jörg Kraffel, Carsten Rodemann (beide Federführung) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Noerr kennt ihre Mandantin TAG gut und gilt als engste Beraterin des Unternehmens in Corporate- und Kapitalmarktfragen. In den vergangenen Jahren stand die Sozietät dem Hamburger Immobilienunternehmen bei zahlreichen Transaktionen zur Seite. Zum Beispiel vor einigen Monaten, als TAG für mehr als 900 Millionen Euro die Immobilientochter der Deutschen Kreditbank erwarb (mehr…). Auch bei der anstehenden Kapitalerhöhung berät die Sozietät durch ein Team um den Frankfurter Partner Dr. Laurenz Wieneke. Das begleitende Bankenkonsortium aus Credit Suisse und Barclays setzt bei dem Kapitalmarktdeal auf Allen & Overy und deren Frankfurter Partner Dr. Oliver Seiler sowie Counsel Dr. Knut Sauer.

White & Case verfügt über hervorragende Beziehungen zum Bund. So begleitete die Sozietät unter Federführung ihres Berliner M&A-Partners Kraffel in diesem Jahr auch den Verkauf des Petersbergs, der aber letztlich auf Eis gelegt wurde. (René Bender)

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