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09.03.2018

Geothermie: Dänische Investoren wagen mit Chatham Markteintritt in Deutschland

Der dänische Infrastrukturinvestor Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) tritt in den Markt für Geothermieprojekte in Deutschland ein. Dazu gründet er zusammen mit der Deutschen Erdwärme, einem Karlsruher Projektentwickler, ein Joint Venture, mit dem Geothermievorhaben in Deutschland vorangetrieben werden sollen.

Felix Fischer

Felix Fischer

Die Deutsche Erdwärme erwarb eine Minderheitsbeteiligung am Joint Venture von CIP und übertrug zudem die Projektrechte an die Gesellschaft, die sie in Zukunft weiterentwickeln soll.

Erstmals investiert mit CIP ein Infrastrukturfonds in Geothermie-Projekte in Deutschland. Der skandinavische Infrastrukturfonds verwaltet vier Fonds mit einem Wert von 6 Milliarden Euro. Bei dem Investment kam der Fonds Copenhagen Infrastructure III K/S zum Zug, der über Zusagen im Wert von 2,8 Milliarden Euro verfügt.

Bei Geothermie-Vorhaben wird Energie erzeugt, indem über 100 Grad heißes Wasser aus einer Tiefe zwischen drei und fünf Kilometern unter der Erde an die Oberfläche gepumpt und dort für die Strom- und Wärmeversorgung aufarbeitet wird. Rechtlich zählen sie zu den letzten Anlagen, die noch ohne Ausschreibung eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten.

Flasbarth_Tobias

Tobias Flasbarth

Copenhagen Infrastructure Partner (CIP)
Chatham Partners (Hamburg): Felix Fischer (Energierecht), Angar Porthun (beide Federführung; Corporate/M&A); Associates: Dr. Sebastian Kamm, Casey Reynolds, (beide Corporate/M&A), Marieke Lüdecke (Energierecht), Christoph von Deetzen (Öffentliches Recht), Dr. Christos Paraschiakos (Beihilferecht), Sophie von Korff (Finanzierung)
KPMG (Frankfurt): Lars Mahler (Tax) – aus dem Markt bekannt

Deutsche Erdwärme
Hogan Lovells (Hamburg): Tobias Flasbarth (Federführung), Matthias Hirschmann (beide Energierecht/M&A), Dr. Carla Luh (Finanzierung); Associate: Malte Neumann (Energierecht/M&A)
Stockum & Partner (Frankfurt): Marc Sälzer

Hintergrund: Chatham-Partner Fischer beriet CIP bereits als Project Counsel beim Einstieg in den Offshore-Windpark Veja Mate. Die Transaktion, an der neben CIP auch Siemens Financial Service beteiligt war, wurde seinerzeit von Hengeler Mueller-Partner Dr. Jens Wenzel begleitet. Bei Geothermie-Vorhaben sind komplexe bergrechtliche Konzessionen Teil der Arbeit.

Die Deutsche Erdwärme mandatierte Hogan Lovells erstmals. Der Kontakt kam über Partner Hirschmann zustande, die Transaktion selbst beriet Counsel Flasbarth federführend. Zu den Mandanten des Hamburger Hogan Lovells-Teams gehören weitere skandinavische Investoren wie zum Beispiel PKA, ein dänischer Pensionsfonds.

An die Transaktion knüpften sich komplexe steuerrechtliche Fragen, die zwischen Stockum-Partner Sälzer und KPMG-Partner Mahler verhandelt wurden. (Martin Ströder)

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