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15.08.2018

Einkauf in England: Mutares übernimmt Knorr-Bremse-Töchter mit CMS

Knorr-Bremse hat zwei Tochterfirmen in Großbritannien verkauft. Übernommen wurden sie von der Münchner Beteiligungsfirma Mutares. Die Investorin, die regelmäßig Randgebiete von Großkonzernen über einen Carve-out aufkauft, hat diesen Sommer auch schon ihre Portfoliogesellschaft STS Group an die Börse gebracht.

Jan Thöle

Jan Thöle

Die beiden britischen Firmen, die Knorr-Bremse verkauft, dienen der Fahrzeugüberholung im Schienengeschäft. Kombiniert zählen Knorr-Bremse RailServices und Kiepe Electric Limited rund 700 Mitarbeiter, die einen Umsatz von rund 85 Millionen Euro erwirtschaften. Für Knorr-Bremse, die laut Presseberichten derzeit einen Börsengang auslotet, gehören die beiden Unternehmen nicht zum Kerngeschäft.

Die im Scale-Segment gelistete Mutares kann mit dem Zukauf ihr Portfolio auf die britische Insel ausweiten. Parallel dazu eröffnete sie auch ein Büro in London, um darüber zügig Plattform- und Add-on-Akquisitionen in Großbritannien sondieren und abwickeln zu können.

Die Münchner Beteiligungsgesellschaft, die weitere Büros in Paris und Mailand hat, verbuchte schon eine ganz Reihe an Transaktionen in diesem Sommer: So hatte sie über ihre Tochtergesellschaft Donges Steel Tec die Kalzip-Gruppe von Tata Steel erworben. Die Portfoliogesellschaft Blacke-Dürr kaufte KSS Consulting, die sich dem Rückbau von Kernkraftwerksanlagen widmet. Und seit Anfang Juni sind zudem Anteilsscheine der STS Group im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zu haben. Damit legte ihre Muttergesellschaft Mutares erstmals einen Teil-Exit über die Börse hin. Derzeit erwirtschaften die elf Firmen im Mutares-Portfolio einen Umsatz von etwa 900 Millionen Euro.

Martin Kolbinger

Martin Kolbinger

Berater Mutares
Inhouse Recht (München): Jan Thöle (General Counsel)
Inhouse Steuern (München): Denis Ahluwalia (Tax Manager)
CMS Hasche Sigle (München): Dr. Martin Kolbinger (Corporate/M&A; Federführung), Dr. Markus Häuser (IT), Stuart MacLean (M&A; London); Associate: Dr. Jessica Mohaupt (Corporate/M&A)

Berater Knorr-Bremse
Inhouse Recht (München): Christian Vornehm (Head Legal M&A/Antitrust)
Pinsent Masons (München): Dr. Michael Prüßner (Federführung), Edward Stead, Andrew Masraf (beide London; alle M&A/Corporate), Dr. Michael Reich (Kartellrecht), Mark Leonard (Bank- und FInanzrecht), Dr. Stephan Appt (Versicherungsrecht), Joanna Robinson (Immobilienrecht; London), Caroline MacLaughlin (Bank- und Finanzrecht), Brendan Martyn (Umwelt- und Planungsrecht); Associates: Dr. Johannes Maidl, Dr. Florian Anselm, Marina Arntzen, Benjamin Schikora, Lisa Early, Sarah Stewart, Neil Black (letzere drei London; alle M&A/Corporate), Dr. Mathias Greupner (Kartellrecht), Anna Martin (Arbeitsrecht), Domenico Schwan (Bank- und Finanzrecht), Yasmin Ali (Versicherungsrecht), Sam Hall, Jennifer Lee, Samantha Livesey (alle Commercial), Felicity Cinnamon, Nicola Grant, Neill Hogg, Shelley McCulloch (alle Immobilienrecht), Nick Stones (Arbeitsrecht), Nadia Zegze (Commercial/IP), Hannah McDaid, Rachel Thompson (beide Arbeitsrecht), Edward Lister, Helen Sawers (beide Bank- und Finanzrecht; alle London)

Michael Prüßner

Michael Prüßner

Hintergrund: Pinsent Masons brachte hier für Knorr-Bremse Deal Nummer zwei und drei über die Ziellinie. Die Kanzlei hatte sich 2017 einen Platz auf dem Panel des Familienkonzerns gesichert und ihn Anfang des Jahres auch beim Verkauf der schwedischen Tochter Swedtrac Rail Services an die Schweizer Stadler-Gruppe beraten. Dabei griff der federführende Partner Prüßner auf die schwedische Kanzlei Lindahl zurück, mit der er regelmäßig zusammenarbeitet.

Zudem stand Pinsent der Mutares-Tochter STS Group in diesem Sommer als Issuer´s Counsel für den IPO zur Verfügung. Die Federführung dort hatte Pinsents Kapitamarktrechtler Dr. Alexander Thomas. Die Banken setzten auf ein Team von McDermott Will & Emery um den Counsel Simon Weiß. Betriebswirtschaftlich und steuerlich begleitete ein länderübergreifendes Team von Rödl & Partner den Börsengang im Prime Standard.

Noerr beriet Mutares beim STS-IPO mit den Aktienrechtlern Dr. Ralph Schilha und Dr. Julian Schulze De la Cruz als Corporate Counsel für Mutares. Die Kanzlei ist in mehreren Fachgebieten für das Beteiligungshaus tätig: neben dem Aktien- und Kapitalmarktrecht beispielsweise auch im Kartellrecht und bei Compliance-Themen.

Im Transaktionsgeschäft vertraut Mutares-General Counsel Thöle sehr regelmäßig auf CMS, so auch für den Ankauf der Knorr-Bremse-Töchter in England. Ein länderübergreifendes Team um CMS-Partner Koblinger hatte Mutares schon bei der Übernahme des Anlagenbauunternehmens Balcke-Dürr im Herbst 2016 beraten. Auch bei der Übernahme des Darmstädter Unternehmens Donges SteelTec von Mitsubishi Hitachi Power war CMS involviert.

Den Erwerb von Kalzip wiederum konnte CMS nicht übernehmen, da sie schon von der Verkäuferin Tata Steel mandatiert war. Daher war dort ein Team um Dr. Christoph Thiermann und Ralph Schilha von Noerr München erstmals für Mutares im M&A tätig. 

Steuerliche Fragen zu den Transaktionen regelt Inhouse-Tax-Manager Ahluwalia, der Anfang des Jahres von Ernst & Young kam. (Sonja Behrens)

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