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12.04.2021

Testerfolge: Laborkonzern Synlab strebt mit Clifford, Latham und Poellath an die Börse

Europas größter medizinischer Laborkonzern Synlab nutzt den Rückenwind durch die Nachfrage nach Corona-Tests und geht in Frankfurt an die Börse. Die Erstnotierung soll spätestes im Juni erfolgen, teilte das Unternehmen mit. Durch die Ausgabe neuer Aktien will Synlab rund 400 Millionen Euro einnehmen. Außerdem wollen die Alteigentümer rund um die Beteiligungsgesellschaft Cinven einen noch nicht genannten Teil ihrer Aktien an die Börse bringen. Börsenexperten erwarten ein Gesamtvolumen des IPO von 1 bis 1,5 Milliarden Euro.

Philipp Klöckner

Philipp Klöckner

Synlab beschäftigt nach eigenen Angaben rund 20.000 Mitarbeiter, betreibt 450 Labore in 36 Ländern und steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr von 1,9 auf 2,6 Milliarden Euro. Allein 0,6 Milliarden Euro davon kamen durch Corona-Tests dazu. Für das laufende Jahr kündigte Synlab-Chef Mathieu Floreani einen weiteren Umsatzsprung auf 3,0 Milliarden Euro an, getrieben vor allem von der Nachfrage nach Corona-Tests.

Aber auch grundsätzlich erwartet der Laborkonzern dauerhaft stabile Wachstumsraten: „Die Weltbevölkerung wächst und altert. Beides ist günstig für uns“, erklärte Floreani. Mittelfristig peilt Synlab ein jährliches Wachstum von zehn Prozent an – davon mindestens drei Prozent durch steigende Nachfrage, doppelt so viel durch Übernahme von lokalen oder regionalen Anbietern.

In den vergangenen Jahren hat Synlab durchschnittlich 20 Labore jährlich zugekauft und dafür 200 Millionen Euro jährlich ausgegeben.  Diese Gesellschafterstruktur macht auch die Vorbereitungen auf den Börsengang besonders komplex.

Neben Cinven, die 2015 die Mehrheit bei Synlab übernahm, sind außerdem der kanadische Pensionsfonds OTPP, Novo Holdings und Mitglieder des Managements beteiligt.

Goldman Sachs und J.P. Morgan begleiten die Transaktion als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. BofA Securities, Deutsche Bank, Barclays, BNP Paribas, HSBC, Jefferies und Unicredit sind Joint Bookrunners.

Berater Synlab/Cinven/OTPP/Novo Holdings
Clifford Chance (Frankfurt): Philipp Klöckner, Dr. George Hacket (beide Federführung; beide Kapitalmarktrecht), Dr. Markus Stephanblome (Corporate/Private Equity), Christine Gärtner, Dr. Heiner Hugger, Dr. David Pasewaldt (alle Konfliktlösung), Dr. Stefan Simon (Arbeitsrecht), Dr. Claudia Milbradt (IP); Düsseldorf), Dr. Anselm Raddatz, Dr. Frank Scholderer, Dr. Peter Dieners (Düsseldorf), Prof. Dr. Thomas Gasteyer, Ulrich Lembeck, Dr. Dominik Heß (beide Düsseldorf; alle Corporate), Nico Feuerstein, Laura Scaglioni (Mailand; beide Kapitalmarktrecht), Dr. Christopher Fischer (Arbeitsrecht), Gerson Raiser (Konfliktlösung); Associates: David Santoro, Andrei Manea, Elizabeth van de Sande (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Annika Ascher, Thomas Conradi (beide München), Caroline Giesen, Yannick Niedergethmann (beide Düsseldorf), Liza Laube, Maria-Franziska Röntsch, Annette Röhder, Gerd Hegele, Daniel Gutmann, Lara Stelmach, Iliana Diedrich (alle Corporate), Mario Maier, Dr. Ines Marin (beide Arbeitsrecht), Judith Dany (IP; Düsseldorf), Dr. Pedram Karami (Konfliktlösung)
Inhouse Recht (Synlab): Björn Weise (Senior Legal Counsel; München), Kimberly Urdahl (Group General Counsel; Lausanne) 

Eva Nase

Eva Nase

Berater Management
Poellath (München): Dr. Eva Nase; Associate: Stefanie Jahn (beide Corporate- und Kapitalmarktrecht)

Berater Banken
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler, David Rath, Matthew Schneider (London); Associates: Dr. Camilla Kehler-Weiß, Dr. Alexandre Maturana (alle Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Ein Großteil der Berater ist aus dem Markt bekannt.

Oliver Seiler

Oliver Seiler

Nachdem Clifford Cinven bereits beim Kauf von Synlab und anschließend bei weiteren Deals beraten hatte, liegt es nahe, auch die kapitalmarktrechtliche Kompetenz der Kanzlei zu nutzen. 2019 hatte die Kanzlei den ECM-Partner Klöckner von Sullivan & Cromwell geholt, um neben dem US-Spezialisten Hacket auch einen deutschen IPO-Experten an Bord zu haben. Dieses Investment hat sich für die komplexe Großberatung des Synlab-Börsengangs offenbar ausgezahlt. Außerdem kann Clifford ihre europäische Größe voll ausspielen, da Büros in fast allen Jurisdiktionen im Einsatz sind. Der Kontakt zu Cinven kam über den Londoner Jonny Myers, Global Head Private Equity der Kanzlei, zustande.

Soweit bekannt hatte auch Latham zunächst über London und ihren Partner Matt Schneider Kontakt zur Bankenseite. Schneider hat bereits bei einigen Synlab-Bonds unterstützt. Mit diesen Argumenten im Rücken konnte auch das deutsche Büro um Partner Seiler beim Pitch überzeugen.

Ebenfalls erfolgreich gepitcht hat Management-Beraterin Nase, die nach Auto1 ein weiteres Mal in diesem Jahr an einem Börsengang beteiligt ist. (Christiane Schiffer; mit Material von dpa)

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