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19.10.2006

Mit Spannung erwartet: Howrey kommt nach Deutschland – mit Feldges

Lange haben sie sich Zeit gelassen, nun eröffnet Howrey zum Januar ihr erstes Büro in Deutschland. Die US-amerikanische Top-Kanzlei für IP, Litigation und Kartellrecht hat Dr. Joachim Feldges (48) und seine zwei Mitarbeiter als Startteam für den neuen Münchner Standort gewonnen.Mit Feldges konnte die US-Kanzlei einen der renommiertesten deutschen Patentlitigatoren und Experten für Pharmapatentprozesse gewinnen. Feldges war bis 2003 Standortleiter des Münchner Clifford Chance-Büros und hatte sich dann mit seinem Team als Feldges Rechtsanwälte selbstständig gemacht. Dem IP-Spezialisten werden exzellente Kontakte in die Pharmaindustrie und Biotech-Branche nachgesagt. Regelmäßig ist er für seine Mandanten an den wichtigen und großen Patentprozessen beider Branchen beteiligt.

Mit dem Gewinn von Feldges und seinem Team ist Howrey ihrer Strategie treu geblieben, nur mit führenden Persönlichkeiten des jeweiligen Beratungsgebietes in ausländische Märkte einzusteigen. Bereits seit längerem war bekannt, dass die US-Kanzlei in Deutschland eröffnen will. Howrey hatte deshalb hierzulande mit mehreren führenden Patentlitigatoren verhandelt. „Gelingt es Howrey, die deutsche Praxis durch zwei weitere relevante Patentrechtler zu erweitern, werden sie eine wichtige Rolle im Markt spielen“, kommentierte ein führender deutscher Litigator.

„Das Münchner Howrey Büro wird bei der Verstärkung der deutschen Praxis eine zentrale Stellung einnehmen“, sagte Feldges. „Das gilt nicht nur für die Aktivitäten im Bereich IP, sondern auch die für die Zusammenarbeit mit den Kartellrechtsexperten, insbesondere in Brüssel und Paris. Gerade angesichts der engen Verzahnung dieser Praxisgruppen wird das Münchner Büro so zu einem strategischen Angelpunkt unserer Arbeit für deutsche Mandanten.“

Die Aktivitäten von Howrey waren in den letzten Monaten aufmerksam von Deutschlands führenden Patentkanzleien verfolgt worden. „Wer es mit europäischer IP-Prozessvertretung ernst meint, braucht eine Präsenz in den drei großen Märkten, d.h. Großbritannien, Frankreich und Deutschland“, sagte Prof. Wilhelm Hoyng, Partner im Amsterdamer Howrey-Büro und selbst vor drei Jahren von De Brauw Blackstone Westbroek gewechselt. Deutschland ist mit dem Sitz des Europäischen Patentamtes in München und Europas meistbeschäftigtem Spezialgericht für Patentstreitsachen in Düsseldorf eine der Schlüsseljurisdiktionen im Patentrecht weltweit. Eine Expansion nach Düsseldorf gehört jedoch ebenso wenig zur derzeitigen Strategie der Kanzlei wie eine Integration von deutschen Patentanwälten im Münchner Büro.

Howrey hatte in Europa zuletzt vor allem in Brüssel und Paris durch ihre aggressive Expansionsstrategie auf sich aufmerksam gemacht. Im belgischen Hauptstadt-Büro gewann sie seit Mai mehrere Kartellrechtler hinzu, darunter Dr. Michael Schütte von Freshfields Bruckhaus Deringer. In Paris wechselte die ehemalige Haarmann Hemmelrath-Partnerin Martina Maier. Zuletzt verstärkte ein IP- und Life-Science-Team von Nauta Dutilh um Benoit Strowel das Brüsseler Büro. (Mathieu Klos)

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