Während Kälberer & Tittel vor allem geschädigte Kapitalanleger individuell vertreten, haben die Bremer Anwälte eher die so genannten Massenschadensfälle im Blick. So gelang es Ahrens und Gieschen über die letzten Monate unter anderem zahlreiche Mandate im Bereich Medienfonds zu akquirieren.
Gegenwärtig vertreten sie etwa über 400 Geschädigte des VIP Medienfonds. Durch die unterschiedliche Geschäftsausrichtung waren die Synergieeffekte geringer als ursprünglich erwartet.
Mit der unterschiedlichen Stragetie ging auch ein anders geartetes Auftreten in der Öffentlichkeit der beiden Standorte einher. Während die Bremer Anwälte versuchen, über eine offensive Medienpolitik möglichst viele potentielle Mandanten von Großschadensfällen anzusprechen, bevorzugt Kälberer eher die Beratung im Hintergrund. Wettbewerber hatten aus diesem Grund schon länger über das Weiterbestehen von KTAG spekuliert.
Die Kanzlei war im Juli 2005 durch die Fusion von Kälberer & Tittel und den damals selbstständigen Anwälten Ahrens und Gieschen entstanden (JUVE 09/05). Die Kapitalanlagerechtler hatten zuvor bereits in einigen Mandaten kooperiert, so etwa bei der Prospekthaftungsklage für Investoren des CFB 144 Fonds (Westfalenstadion) gegen die CFB Commerz Fonds Beteiligungsgesellschaft und die Commerzbank.
Dietmar Kälberer gehört zu den bekanntesten Anlagerechtlern in Deutschland. Seit 1994 berät er fast ausschließlich im Kapitalanlagerecht und war Gründungsmitglied der Anlegerkanzlei Tilp & Kälberer, die sich im März 2004 trennte (JUVE 05/04). Der ehemalige Tilp-Anwalt André Tittel (35) schloss sich im Mai 2004 Kälberer an.