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03.08.2010

Neustart: Berger Steck & Kollegen gründen Steuer- und Investmentboutique

Dr. Hanno Berger (59) und Dr. Kai-Uwe Steck (38) haben mit vier weiteren Anwälten in Frankfurt die Kanzlei Berger Steck & Kollegen gegründet. Das komplette Team hatte zuletzt in der deutschen Niederlassung der US-Kanzlei Dewey & LeBoeuf gearbeitet.

Berger_Hanno
Hanno Berger

Die neue Einheit startete Anfang August und konzentriert sich vor allem auf die steuer-, investment- und kapitalmarktrechtliche Beratung von Fondsanbietern und Finanzdienstleistern.

Bereits Anfang Juni war bekannt geworden, dass Berger und Steck die US-Kanzlei verlassen werden (mehr…). Die beiden Namenspartner kennen sich schon aus gemeinsamen Zeiten bei Shearman & Sterling. Dort hatten sie bis zu ihrem Wechsel zu Dewey im Jahr 2004 gearbeitet. Ihnen angeschlossen haben sich nun mit Dr. Christoph Gringel (32), Michael Neises (39), Dr. Konrad Rohde (37) und Gabriele Paris (45) vier weitere Anwälte. Alle sind an der als GmbH geführten Rechtsanwalts- und Steuerberatungsgesellschaft beteiligt. Auf Berger und Steck entfallen jeweils 25 Prozent der Anteile, die anderen stiegen mit jeweils 12,5 Prozent ein.

„Uns hat die Idee einer unabhängigen Boutique gereizt“, sagte Hanno Berger. „Wir sind sehr gut ausgelastet, deshalb wollen wir jetzt möglichst rasch wachsen. Auf Sicht von zwei Jahren streben wir einen Größenordnung von 20 Berufsträgern an“, sagte der Namenspartner, der hierzulande bei Dewey der mit Abstand umsatzstärkste Partner war. Ausgebaut werden soll insbesondere das Kapitalmarktrecht, für das in der Startformation Michael Neises steht. Auch im Steuer- und Aufsichtsrecht ist Verstärkung geplant, eventuell sollen auch die Gebiete Gesellschaftsrecht und Litigation besetzt werden.

Neben Berger Steck & Kollegen ist zum August auch ein anderes Team aus dem Bereich Steuer- und Investmentrecht bei Dewey ausgestiegen: Wie schon vor Wochen bekanntgegeben (mehr…), wechselten mit Dr. Carsten Fischer (34), Dr. Bela Jansen (37) und Dieter Lübbehüsen (51) drei Anwälte zur Steuerberatungsgesellschaft WTS World Tax Service, die damit ihr Beratungsspektrum ausweitet. Auch Fischer, Jansen und Lübbehüsen hatten zuvor eng mit Berger zusammengearbeitet, sich aber dagegen entschieden, Teil der neuen Boutique zu sein. Stattdessen heuerten sie bei einer größeren Einheit an.

Der Aderlass bei Dewey & LeBoeuf dürfte damit vorerst beendet sein. Die Beratungsschwerpunkte im einzigen deutschen Büro in Frankfurt sollen weiterhin auf den Gebieten Corporate Finance, Corporate/M&A, Steuern, Bankaufsichtsrecht, Immobilien und Arbeitsrecht liegen. „Die transaktionsnahe Beratung wollen wir mittelfristig ausbauen. Unser Ziel ist es, von derzeit gut 30 Berufsträgern wieder auf eine Größenordnung von 50 zu kommen“, sagte Philipp von Ilberg, der dem Policy Committee der Kanzlei angehört.

Aufgrund der sehr speziellen Ausrichtung der Steuerpraxis von Berger sieht die Kanzlei keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die anderen Rechtsgebiete. Das Steuerrecht bei Dewey vertreten nun Partner Dr. Bernulph von Crailsheim und Local Partner Dr. Frank Tschesche. Im Rahmen einer Best-Friends-Beziehung wollen Dewey und Berger Mandate austauschen, sofern die Einheiten Rechtsgebiete nicht selbst abdecken. Und auch räumlich bleiben die alten Partner verbunden: Dewey hat im Skyper Büros an Berger Steck & Kollegen untervermietet. (Volker Votsmeier)

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