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17.01.2011

Premiere: Associate-Spin-off bei Hengeler Mueller

Sechs Senior Associates von Hengeler Mueller haben sich selbstständig gemacht. Seit heute firmieren sie in Frankfurt unter dem Kanzleinamen Wendelstein.

Daniel Müller-Etienne, Lars Freytag, Karl Koenen, Philipp v. Bismarck, Frank Fischer, Matthias Budde (von links nach rechts)
Daniel Müller-Etienne, Lars Freytag, Karl Koenen, Philipp v. Bismarck, Frank Fischer, Matthias Budde (von links nach rechts)

Der deutschen Spitzenkanzlei den Rücken gekehrt haben Philipp von Bismarck (35), Dr. Matthias Budde (35), Frank Fischer (38), Dr. Lars Freytag (36), Karl Koenen (37) sowie Dr. Daniel Müller-Etienne (36). Steueranwalt Müller-Etienne war bereits 2009 bei Hengeler ausgeschieden und zwischenzeitlich bei der Unternehmensberatungsgruppe Boston Consulting tätig, alle anderen haben Hengeler zum Jahreswechsel verlassen.

Entsprechend den bisherigen Schwerpunkten der Anwälte wird sich Wendelstein auf die Bereiche M&A, Gesellschaftsrecht, Restrukturierung, Immobilienwirtschafts- und Kapitalmarktrecht sowie Litigation und Steuern/Nachfolge konzentrieren.

Das Startteam der neuen Kanzlei war an zahlreichen wichtigen Transaktionen der vergangenen Jahre beteiligt, unter anderem bei Gründung der Bad Bank der Hypo Real Estate (mehr…), der Refinanzierung des Optikunternehmens Carl Zeiss (mehr…) oder dem milliardenschweren Verkauf der Containerreederei Hapag Lloyd (mehr…) sowie dem Börsengang des Motorenherstellers Tognum (mehr…).

Wie viele andere aktuelle Kanzleigründungen, gab sich auch Wendelstein die Rechtsform einer englischen LLP.

Hengeler Mueller hat, soweit bekannt, noch nie den Abgang so vieler Associates zugleich verkraften müssen. Die meisten Spin-offs erlebte in den vergangenen Jahren Freshfields Bruckhaus Deringer, meist in Hamburg, aber auch in Frankfurt (mehr…).

Die Entscheidung der Hengeler-Anwälte hat jedoch offenbar zu keinen größeren Irritationen zwischen den Parteien geführt. Für Dr. Markus Meier, Frankfurter Partner von Hengeler, zeigt der Schritt vielmehr, „dass bei uns nicht nur das Juristische, sondern auch das Unternehmerische gefördert wird.“ Meier hatte mit einem der Abgänger, Frank Fischer, bis zuletzt eng zusammen gearbeitet. „Ich bin davon überzeugt, dass die Kollegen Erfolg haben werden. Sie sind ausgewiesene Kenner ihrer Gebiete“, so Meier.

Auch negative Partnerperspektiven waren beim Schritt in die Selbstständigkeit wohl nicht ausschlaggebend. Es heißt, keiner der Anwälte, der zum Jahresende ausgeschieden ist, habe zuvor eine Partnerabsage von Hengeler erhalten.

Hengeler hat zum Jahresanfang deutschlandweit sechs neue Partner ernannt – und damit deutlich mehr als in den vergangenen Jahren: 2010 gab es überhaupt keinen neuen Partner, 2009 zwei und 2008 wurden vier Juristen in den Partnerkreis gewählt. (Jörn Poppelbaum)

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