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30.08.2011

Bird & Bird schlägt in Hamburg zu: Großes Medienteam kommt von Hogan Lovells

Bird & Bird erweitert ihr noch junges Hamburger Büro auf einen Schlag erheblich: Ein dreizehnköpfiges Team um den bekannten Medien- und Wettbewerbsrechtspartner Dr. Stefan Engels (45) kommt Mitte Oktober von Hogan Lovells.

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Stefan Engels

Damit ist nach der Großfusion von Lovells und Hogan & Hartson im Mai vergangenen Jahres nun erstmals der Hamburger Hogan Lovells-Standort von Abgängen betroffen.

Neben Engels kommt auch Dr. Michael Stulz-Herrnstadt als Partner zu Bird & Bird. Der 38-Jährige war zuletzt Counsel bei Hogan Lovells. Denselben Status hatte seit Frühjahr auch Dr. Ulrike Grübler (34), die nun als Senior European Consultant bei Bird & Bird einsteigt. Diese Position ist der eines Salary-Partners in anderen Kanzleien vergleichbar. Weitere acht Anwälte arbeiten künftig als Associates bei Bird & Bird.

Of Counsel werden zudem Dr. Eva Scheller und Kai Flatau (57), beide hatten diesen Status bereits bei Hogan Lovells inne. Der ehemalige Managing-Partner des Hamburger Lovells-Büros, Dr. Volker Meinberg (57), zudem langjähriger Medien- und IP-Partner und seit 2008 of Counsel (mehr…), verlässt Hogan Lovells ebenfalls. Er will das wechselnde Team und dessen Mandanten auch weiterhin unterstützen – in welcher Konstellation genau, ist derzeit nicht bekannt.

Starke Verlagspraxis

Das Team um den sehr angesehenen Engels stellt eine der stärksten Verlagspraxen im Markt und ist daneben vor allem in der wettbewerbs-, vertrags- und urheberrechtlichen Beratung von Medienunternehmen tätig. Traditionell gehört etwa der Hamburger Bauer Verlag zu seinen Mandanten. Im Öffentlichen Medienrecht, beispielsweise für ProSiebenSat.1, hat sich in der jüngeren Vergangenheit zudem Stulz-Herrnstadt einen Namen erarbeitet.

Engels ist seit 1997 für Hogan Lovells beziehungsweise deren Vorgängerkanzlei tätig. 2003 wurde er Partner, zuletzt leitete er als Co-Head die internationale Industriegruppe Technology, Media & Telecoms (TMT) mit. Daneben war Engels auch für die Personalentwicklung der Kanzlei in Deutschland zuständig.

Konflikte als Katalysator

Nachdem es zur Abspaltung von Raue als Folge der Fusion von Hogan & Hartson Raue mit Lovells gekommen war (mehr…) und Mitte Juni der Wechsel des erfahrenen Prof. Dr. Wolfgang Büchner und einer Counsel aufgrund von Konflikten zu Jones Day bekannt wurde (mehr…), waren die Gerüchte im Markt um weitere Abgänge im Medienbereich nie ganz verstummt. Zu unterschiedliche Kulturen und Schwerpunkte innerhalb der Teams würden die Medienpraxis vor eine Zerreißprobe stellen, hieß es häufig.

Dies war nun auch für Engels der Grund zu wechseln: „Bird & Bird bietet unserem Team mit ihrer starken Ausrichtung auf IP und dem internationalen Netzwerk die ideale Plattform für die weitere Entwicklung. Bei Hogan Lovells hatten wir eine gute und erfolgreiche Zeit, zuletzt haben jedoch Interessenskonflikte unsere Mandate gefährdet. Unseren Mandanten können wir jetzt ein sowohl exzellentes als auch flexibles Leistungsangebot präsentieren“, sagte Engels.

Hogan Lovells in Hamburg ohne Medienrecht

Hogan Lovells bestätigte den Wechsel von Engels und seinem Team. Der Managing-Partner Kontinentaleuropa Dr. Christoph Küppers wies darauf hin, dass die Beratung in den Bereichen IP und Medien eine Kernkompetenz der Sozietät darstelle, in die die Kanzlei regelmäßig durch die Ernennung neuer Partner und Neueinstellungen investiere.

Mit den jetzt bekannt gewordenen Weggängen verliert der Hamburger Hogan Lovells-Standort jedoch zunächst sein gesamtes medienrechtliches Team. Insgesamt arbeiten bei Hogan Lovells dann 20 Partner in der Praxisgruppe TMT, im Medienrecht hat insbesondere das Berliner Büro einen deutlichen Schwerpunkt.

Jüngster Bird & Bird-Standort expandiert

„Wir haben seit Langem das strategische Ziel verfolgt, den Bereich Medien auch in Deutschland auszubauen“, sagte Dr. Alexander Schröder-Frerkes, Managing-Partner von Bird & Bird in Deutschland. „Hamburg war und ist dafür ein exzellenter Standort. Das war einer der Gründe für uns, in Hamburg ein Büro zu eröffnen. Mit dem Team um Stefan Engels haben wir nun die lange gesuchte Ergänzung gefunden, das freut uns sehr.“

Bird & Bird hatte erst im Mai mit ehemaligen Field Fisher Waterhouse-Anwälten in Hamburg eröffnet (mehr…), allerdings fehlte es in der Hansestadt bislang an IP-rechtlicher Kompetenz. Die Kanzlei ist hierzulande einer der führenden Namen im Patentrecht und auch im Marken- und Wettbewerbsrecht sehr angesehen. Neben Düsseldorf und München arbeitet auch in Frankfurt ein IP-Team mit starker Schnittstelle zum Pharmarecht. Die jetzigen Zugänge bedeuten nun einen ernstzunehmenden Einstieg ins Medienrecht. Bisher hat Bird & Bird über ihre starke IT-Praxis in München und Frankfurt nur vereinzelt Medienunternehmen beraten, unter anderem auch zu urheberrechtlichen Fragen.

In Hamburg wächst Bird & Bird auf 17 Anwälte. (Christine Albert, Simone Bocksrocker)

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