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02.08.2012

Investitionsschutz: Prozess- und Schiedsexperte von Hogan Lovells nun in englischer Chambers

Der auf Schiedsverfahren und Investitionsschutz spezialisierte Robert Hunter hat sich Mitte Juli als Barrister der britischen Kammer Arthur Marriot angeschlossen. In der Kammer haben sich Prozess- und Schiedsexperten zusammengeschlossen. Hunter (51) schied damit nach fast 27 Jahren bei Hogan Lovells aus, wo er seit 2000 Partner war. Neben seiner Tätigkeit in Großbritannien will der bekannte Schiedsexperte auch von Frankfurt aus tätig sein.

Robert Hunter

Robert Hunter

 Hunter war seit 1986 für die Vorgängerkanzlei Lovells unter anderem in London und New York tätig. Im Zusammenhang mit der Fusion der britischen Kanzlei mit Bosebeck Dorste wechselte er 2000 nach Frankfurt, wo er seither seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt hatte. Als Mitglied der anerkannten Dispute-Resolution-Praxis von Hogan Lovells steuerte Hunter vor allem Teams in internationalen Schiedsverfahren.

 Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf Verfahren zwischen ausländischen Investoren und beklagten Staaten. So begleitete er Tschechien bei der Abwehr einer Milliardenklage diverser Mittal-Töchter oder den Insolvenzverwalter von Walther Bau gegen das Königreich Thailand. Letztgenannter Komplex ist wegen der Anerkennung des Schiedsurteils und dessen Vollstreckung weiterhin hochaktuell (mehr…).

Obwohl sein Geschäft international ist, hat sich Hunter als starker Befürworter um den Schiedsort Deutschland und insbesondere Frankfurt verdient gemacht. Seine jetzige Neuaufstellung als Barrister und Mitglied der Arthur Marriot Chambers in London erfolgt aus diversen Gründen.

„In meiner Praxis habe ich die Interessenvertretung und Spezialistenberatung seit vielen Jahren besonders betont und deshalb ist dies für mich ein logischer Schritt“, so Hunter. „Obwohl viele – auch in Deutschland – das englische Bar-System als spezielle Interessensvertretung für rein englische Verfahren erachten, eröffnet es mir diverse Möglichkeiten“.

Als Gründe für seine Entscheidung führt Hunter unter anderem die höhere Flexibilität in der Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten einer Chambers sowie wettbewerbsfähige Preisstrukturen an. „Außerdem erwarte ich deutlich weniger Interessenkonflikte, nicht zuletzt bei der Parteivertretung von Staaten“, sagt Hunter.

Deutsche Schiedsexperten aus anderen Kanzleien verfolgen die Neuorientierung mit gewisser Neugier. Gerade Hunters frühere Kanzlei Hogan Lovells kennt das Arbeitsmodell jedoch bereits. So ist der Düsseldorfer of Counsel Dr. Volker Triebel ebenfalls als Barrister in England zugelassen und gehört seit einigen Jahren der renommierten Crown Office Chambers an. Seine Erfahrung ist besonders als Schiedsrichter in internationalen Verfahren gefragt.

„Für Robert ist es eine neue spannende Aufgabe, in der er sicher zukünftig punktuell weiterhin auf die Ressourcen von Hogan Lovells zurückgreifen wird“, sagte Dr. Detlef Haß, Leiter der deutschen Dispute-Resolution-Praxis. „Den personellen Ausbau unserer europäischen Schiedspraxis wollen wir weiter vorantreiben. In Investitionsstreitigkeiten besteht ohnehin der Ansatz, dass die deutschen Partner eng mit Anwälten aus London oder Paris zusammenarbeiten.“ Mit ihrem Münchner Partner Karl Pörnbacher hat Hogan Lovells einen anerkannten Experten für Investitions- und Schiedsverfahren. Zusammen mit Markus Burgstaller, of Counsel im Londoner Büro, vertritt er die Slowakei in einem weitreichenden Rechtsstreit gegen die niederländische Versicherungskonzern Eureko. In dem Verfahren, mit dem sich demnächst der Bundesgerichtshof beschäftigt, stehen die bilateralen Investitionsschutzabkommen von EU-Mitgliedsstaaten auf dem Prüfstand. (Marcus Jung)

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