Artikel drucken
13.02.2013

Deutschlandstart: Herbert Smith Freehills gewinnt Gleiss-Partner

Die Spekulationen über den Start von Herbert Smith Freehills in Deutschland haben ein Ende: Die Kanzlei eröffnet im zweiten Quartal ein Büro in Frankfurt. Sie gewann dafür Dr. Ralf Thaeter (51) von ihrem früheren Allianzpartner Gleiss Lutz als ersten deutschen Partner.

Der anerkannte Corporate-Spezialist ist seit 22 Jahren bei Gleiss. Seit 1995 ist er Partner und arbeitet derzeit im Berliner Büro der Kanzlei. Thaeter wechselt zum April. Wer darüber hinaus zum Startteam gehört, ist noch nicht bekannt. Thaeter wird vorwiegend im Frankfurter Büro arbeiten. Herbert Smith kündigte jedoch an, auch eine kleine Repräsentanz in Berlin zu eröffnen. Der Standort sei zentral für die Regulierungsberatung, die von der Mandantschaft nachgefragt werde, teilte die Kanzlei mit.

Ralf Thaeter

Ralf Thaeter

Die britische Kanzlei hatte zunächst deutlich ambitioniertere Pläne für ihren Deutschlandstart. Sie wollte ursprünglich zum Jahresanfang 2013 mit Büros in Frankfurt, Düsseldorf und München eröffnen. Hintergrund war, dass Gleiss Lutz und die niederländische Kanzlei Stibbe Ende 2011 dem Vorschlag von Herbert Smith zu fusionieren, eine Absage erteilt hatten (mehr…). Daraufhin kündigte Herbert Smith die langjährige Allianz mit den beiden Sozietäten auf und gab bekannt, eine eigene Präsenz in Deutschland anzustreben (mehr…). Nach dem aufgekündigten Allianzvertrag durfte sie dies frühestens zum Jahresbeginn 2013. Jedoch verzögerte sich die Rekrutierung eines Startteams nach JUVE-Informationen nicht zuletzt deshalb, weil die Briten im vergangenen Oktober mit der australischen Kanzlei Freehills fusionierte, und die Integration viel Zeit beanspruchte.

Thaeter hat in der Vergangenheit bereits eng mit dem ehemaligen Allianzpartner zusammengearbeitet, seine Praxis ist stark international ausgerichtet. „Bei Herbert Smith Freehills sehe ich die Chance, meine Praxis auf einer global aufgestellten internationalen Plattform weiter auszubauen. Zudem ist der Aufbau in Deutschland eine wirklich spannende Aufgabe“, sage er. Thaeter gehört zu den anerkanntesten Corporate-Anwälten bei Gleiss. Er ist auf M&A-Deals spezialisiert, berät aber auch im klassischen Gesellschaftsrecht. Zuletzt begleitete er einige Transaktionen im Energiesektor und leitete das Gleiss-Team, das den Bund bei der Neuordnung der Aktionärsstruktur beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS beriet (mehr…). Thaeter ist derzeit der einzige Corporate-Partner im Berliner Gleiss-Büro, nachdem Dr. Fred Wendt 2010 in das Hamburger Büro gewechselt war.

Bei Herbert Smith Freehills arbeiten weltweit 2.800 Anwälte. Vor der Fusion mit der australischen Sozietät Freehills erzielte die britische Kanzlei einen Umsatz von 568 Millionen Euro und einen Umsatz pro Berufsträger (UBT) von 536.000 Euro. Freehills setzte im Geschäftsjahr 2011/12 435,5 Millionen Euro um und kann einen UBT von 476.000 Euro vorweisen. (Anja Hall)

  • Teilen