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02.05.2013

Unruhige Zeiten: Shearman-Partner Meyer-Lindemann wechselt zu Dechert

Der erfahrene Kartellrechtsspezialist Dr. Jürgen Meyer-Lindemann (56) hat Shearman & Sterling nach rund 20 Jahren verlassen. Zum Mai wechselte er als Partner in das Brüsseler Büro der US-Kanzlei Dechert. Nach Dr. Hans Diekmann ist er der zweite angesehene Shearman-Partner, dessen Abschied in kurzer Zeit bekannt geworden ist (mehr…). Bei Shearman herrscht derzeit große Unruhe, seitdem sie die Schließung der Büros in München und Düsseldorf bekannt gab (mehr…).

Jürgen Meyer-Lindemann

Jürgen Meyer-Lindemann

Meyer-Lindemann war 1992 zu der damals gerade im Aufbau befindlichen Präsenz der Kanzlei gekommen und wurde drei Jahre später der zweite deutsche Partner nach M&A-Star Georg Thoma. Zuletzt war Meyer-Lindemann der einzige deutsche Kartellrechtspartner bei Shearman.

Er war vor rund vier Jahren nach zwei Partnerweggängen zu Arnold & Porter (mehr…) von Düsseldorf nach Brüssel gewechselt, hatte nach dem Wiederausbau des Brüsseler Büros (mehr…) seinen Schwerpunkt aber zuletzt wieder mehr an den Rhein verlegt.

Eine Sprecherin von Shearman sagte zu dem Weggang: „Mit Jürgen Meyer-Lindemann haben wir über 20 Jahre lang zusammengearbeitet. Wir bedauern daher sein Ausscheiden und wünschen ihm jeden erdenklichen Erfolg für seine Zukunft.“ 

Dechert will Vernetzung zwischen Brüssel und deutschen Standorten stärken

Für seine neue Kanzlei wird der bekannte Kartellrechtler Meyer-Lindemann vor allem in deren Brüsseler Büro tätig sein, zusätzlich aber auch die Achse zur deutschen Praxis ausbauen. Dabei kann er seine Erfahrung in der Begleitung von internationalen Fusionskontrollen einbringen. Aktuell berät er beispielsweise die finnischen Konzerne Munksjö und Ahlstrom in einer schwierigen Phase-II-Fusionskontrolle vor der EU-Kommission. Eines seiner prominentesten Mandate im Kartellverfolgungsbereich war die mehrjährige Begleitung des luxemburgischen Carriers Cargolux im weltweiten Luftfracht-Kartellverfahren (mehr...).

Das Brüsseler Dechert-Büro zeichnete sich bislang vor allem durch sein belgisches M&A-Team aus. Kontakte zur deutschen Praxis in München und Frankfurt hatten sich bisher nur punktuell ergeben. Die Kartellrechtspartnerin Isabelle Rahman beriet aber beispielsweise zuletzt Norma, eine Dauermandantin des Münchner Büros, bei einem Zukauf.

„Jürgen Meyer-Lindemann ist ein hoch angesehener Anwalt, der unsere europäische Kartellrechtspraxis signifikant verstärken wird“, sagt Michael Weiner, Co-Chairman der weltweiten Kartell- und Wettbewerbsrechtspraxis von Dechert. Meyer-Lindemann selbst betont, der Wechsel zu Dechert sei eine spannende Herausforderung. Er wolle dazu beitragen, die Praxisgruppe nun weiter auszubauen.

Dechert ist in Deutschland in München und in Frankfurt präsent, wo sie für ihre ausgeprägte Private-Equity- und M&A-Praxis bekannt ist. In Frankfurt hat Dechert seit Anfang 2012 den Wiederaufbau des Büros mit dem Zugang mehrerer Quereinsteiger forciert (mehr…). (Antje Neumann)

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