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31.07.2013

Globale Kanzlei: King & Wood Mallesons und SJ Berwin machen Fusion perfekt

Die britische Kanzlei SJ Berwin schließt sich mit der asiatisch-australischen Kanzlei King & Wood Mallesons zusammen. Die Partnerschaften beider Sozietäten haben einer Fusion zugestimmt. Die neue Einheit firmiert ab November als King & Wood Mallesons.

Rüdiger Knopf

Rüdiger Knopf

Die seit rund einem Jahr laufenden Gespräche sind im Kanzleimarkt mit viel Spannung verfolgt worden. Denn King & Wood Mallesons ist die einzige internationale Großkanzlei mit Wurzeln in China. Damit macht auf globaler Ebene erstmals eine asiatisch-pazifische Kanzlei den weltweiten Marktführern aus Großbritannien und USA Konkurrenz.

SJ Berwin ist schon seit langer Zeit auf der Suche nach einem Fusionspartner, um ihre globale Präsenz zu stärken. Nachdem Gespräche mit der US-Kanzlei Proskauer Rose gescheitert waren, hielt das Management weiter nach möglichen Partnern Ausschau. Für viele Beobachter war es dabei durchaus überraschend, dass sich die Gespräche mit den Chinesen und Australiern so positiv entwickelten und sich schließlich eine klare Mehrheit für den  Zusammenschluss aussprach.

 „Wir waren schon immer bereit, mutige Schritte zu gehen und den Markt herauszufordern“, sagte der Senior-Partner von SJ Berwin, Stephen Kon. „Das Netzwerk ermöglicht es unseren Mandanten, Partnern und Mitarbeitern, an dem ,Asian Century‘ aktiv mitzuwirken. Dabei haben wir die Gelegenheit, die Anwaltskanzlei der Zukunft zu schaffen.“  Auch Rüdiger Knopf, Mitglied des deutschen Management-Komitees, begrüßte den Zusammenschluss: „Die Stärke in Asien ist einmalig für eine globale Kanzlei. Damit setzen wir uns deutlich von unseren Wettbewerbern ab und können unseren Mandanten echten Mehrwert bieten.“ Allerdings könnte der Merger in Deutschland auch zu einer verstärkten personellen Fluktuation führen. Erst kürzlich hatte Thomas Kessler, der Leiter der Immobilienpraxis, SJ Berwin in Richtung Herbert Smith Freehills verlassen (mehr…).

Karten im gobalen Kanzleimarkt werden neu gemischt
Vor allem King & Wood ist Treiber der globale Expansion. Erst im Frühjahr 2012 hatte sie sich mit der australischen Einheit Mallesons Stephen Jacques zusammengetan und das Ziel ausgerufen, zu einer global agierenden Größe aufzusteigen. King & Wood & Mallesons hat 21 Büros, davon 11 auf dem chinesischen Festland und 5 in Australien. Abseits ihrer Heimatmärkte hat sie Standorte in New York und im Silicon Valley. Aktuell arbeiten dort knapp 1.900 Anwälte, davon 388 Partner.

SJ Berwin ist weltweit mit rund 500 Berufsträger, davon 350 Partner, an zwölf Standorten vertreten. In Deutschland ist die Kanzlei in Frankfurt, Berlin und München präsent. Mit 81deutschen Anwälte, davon 34 Partner, setzte SJ Berwin im Geschäftsjahr 2012/13 gut 33 Millionen Euro um.

Die neue Kanzlei ist als Schweizer Verein organisiert und besteht aktuell aus drei Mitgliedsfirmen: King & Wood Mallesons Hongkong, Australia und China. SJ Berwin wird sich dieser Struktur zum 1. November als vierte Firma anschließen. Für eine Übergangszeit werden die ehemaligen SJ Berwin-Büros in Großbritannien, Kontinentaleuropa und im Nahen Osten noch als King & Wood Mallesons SJ Berwin am Markt auftreten.

Die Fusion folgt einem aktuell wieder verstärkten Trend, denn zuletzt gab es einige globale Zusammenschlüsse. Erst zum Juni fusioniere die britische Kanzlei Norton Rose mit dem US-Wettbewerber Fulbright & Jaworski (mehr…). Als Norton Rose Fulbright stieg die Einheit mit 3.800 Anwälten und einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro zu einer der zehn größten Sozietäten weltweit auf. Kurz zuvor hatten die drei Kanzleien Salans, SNR Denton und Fraser Milner Casgrain einen Fusionsbeschluss gefasst und firmieren heute unter dem Namen Dentons (mehr…). (Volker Votsmeier)

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