Artikel drucken
22.12.2017

Insolvenz: Paracelsus-Kliniken gehen mit Dentons und Eckert in Eigenverwaltung

Die Paracelsus-Kliniken haben Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Als vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Osnabrück Dr. Rainer Eckert, dem nun die Aufgabe zukommt, die Sanierung des defizitären Osnabrücker Klinikverbunds kontrollieren. Beraten wird die Geschäftsführung von einem dreiköpfigen Dentons-Team.

Ziegenhagen_Andreas

Andreas Ziegenhagen

Sieben der 23 Standorte der Paracelsus-Gruppe wirtschafteten bereits seit längerem defizitär, nun war der Gang in die Insolvenz unausweichlich geworden. Die Schulden liegen dem Vernehmen nach derzeit  im zweistelligen Millionenbereich. Der Betrieb der Kliniken sowie die Bezahlung der rund 5.200 Beschäftigten sei vorerst aber sichergestellt, meldet das Unternehmen. 

Mit der Ausarbeitung des Sanierungsplans sind seitens der Geschäftsführung der Paracelsus-Gruppe Andreas Ziegenhagen und Daniel Fritz von Dentons beauftragt. Der Frankfurter Restrukturierer Ziegenhagen war in diesem Jahr bereits für Alno im Mandat, damals zusammen mit seinem Berliner Partner Dirk Schoene, der das dreiköpfige Sanierungsteam der Paracelsus-Gruppe vervollständigt. Partner Fritz war bereits in der vorangegangenen Sanierungsphase im Mandat des Klinikverbunds. Gemeinsam mit Schoene bereitete Ziegenhagen dann das potentielle Insolvenzszenario vor.

Eckert_Rainer

Rainer Eckert

Aus dem Markt ist zudem bekannt, dass Dr. Hans Schenk von Grub Brugger den Aufsichtsrat von Paracelsus berät.

Für der Namenspartner der Kanzlei Eckert, den das Amtsgericht Osnabrück nun zum Sachwalter bestellte, ist die Insolvenz der Paracelsus-Kliniken bereits die zweite Krankenhausinsolvenz in Niedersachsen in diesem Jahr. Bereits bei der Insolvenz des Josef-Spital Delmenhorst war er zum Sachwalter bestellt worden. Sein Partner Markus Kohlstedt beriet zudem das Einbecker Bürgerspital in Göttingen ebenfalls in diesem Jahr bei einem Schutzschirmverfahren. 

Das Gespann Ziegenhagen, Schoene und Eckert hatte in diesem Jahr auch die AEG Power Solutions bei ihrem Schutzschirmverfahren unterstützt, Eckert ebenfalls als Sachwalter. (Martin Ströder)

  • Teilen