Artikel drucken
08.06.2018

Steuern und Recht: PwC stellt Führungsteam neu auf

Die Wahl des neuen Deutschlandchefs von PricewaterhouseCoopers, Dr. Ulrich Störk, wirft seine Schatten voraus. Nach JUVE-Informationen steht nun auch das Führungsteam um den 48-jährigen bisherigen Leiter des Frankfurter Standorts, der zum Juli das Amt von dem langjährigen Chef, Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, übernimmt. Auch der Geschäftsbereich Tax & Legal wird neu aufgestellt.

Sogenannter Service Line Leader für Steuern und Recht wird Klaus Schmidt. Damit zieht der langjährige Münchner Partner erstmals in die Geschäftsführung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein. Klaus Schmidt war bislang unter anderem Chef des Bereichs M&A und Private Equity Tax und damit schon länger im erweiterten Führungskreis von PwC. Er löst Marius Möller ab, der in den vergangenen Jahren Service Line Leader Tax & Legal war.

Möller soll nach JUVE-Recherchen in der neuen Geschäftsführung unter Störk eine Art „Superminister“ werden und für Finanzen und Human Ressources zuständig sein. Damit dürfte ihm in dem neuen Gremiun neben den jeweiligen Service Line Leadern für Prüfung, Steuern und Consulting die wichtigste Rolle zukommen. Ursprünglich hätte er jedoch auch in seiner bisherigen Funktion weitergemacht, heißt es.

Legal erstmals mit vollen Rechten ausgestattet

Steffen Schniep

Steffen Schniep

Mit dem Wechsel Möllers hin zu Klaus Schmidt wird auch das Tax & Legal Leadership-Team, also der Führungskreis innerhalb des Bereichs Steuern und Recht, neu aufgestellt. Der bisherige Chef der deutschen Anwaltsgesellschaft, Prof. Dr. Heinz-Klaus Kroppen, übergibt sein Amt an den erst vor knapp vier Jahren von Beiten Burkhardt zu PwC gewechselten Dr. Steffen Schniepp. Der 42-jährige Transaktionsanwalt war bislang Partner in Stuttgart.

Kroppen, der seinerseits erst vor etwas über einem Jahr an die Spitze der PwC-Anwaltssparte gerückt war, und im kommenden Jahr die Altergrenze für PwC-Partner erreicht, sei von Anfang an nur als Interimslösung gedacht gewesen, heißt es. Als langjähriger Partner und Geschäftsführungsmitglied von Deloitte hatte Kroppen ausreichend Managementerfahrung gesammelt, um die plötzlich frei gewordene Stelle zu übernehmen, so das damalige Kalkül. Allerdings hatte Kroppen in dem Leadership-Team nur eine Art Gaststatus inne, während Schniepp nach JUVE-Informationen nun Mitglied mit vollen Befugnissen wird.

Heinz-Klaus Kroppen

Heinz-Klaus Kroppen

Kroppen, von Haus aus Steueranwalt und Verrechnungspreisspezialist, wird dem Gremium allerdings weiter angehören bis er in den Ruhestand tritt, und zwar nun als Vollmitglied.

Weitere Mitglieder des Tax & Legal Leadership-Teams bleiben der mächtige Frankfurter Standortleiter Tax & Legal, Dr. Frank Schmidt, dem ebenfalls Ambitionen nachgesagt wurden, anstelle von Klaus Schmidt in die Geschäftsführung einzuziehen, sowie Markus Hammer, Leiter des Bereichs Financial Services Tax & Legal und Leiter Asset & Wealth Management.

Neu in das Gremium kommen dagegen Petra Raspels, die bislang für Human Ressources in der Deutschland-Geschäftsführung verantwortlich war, aber aus dieser ausscheidet, sowie der Münchner Verrechnungspreis-Partner Jörg Hanken. Hanken wird für digitale und Tech-Themen zuständig sein.

Wahlkampf bei PwC

Der Neuaufstellung des Teams war bereits im März ein Wahlkampf um den Posten des Deutschlands-Chefs vorausgegangen. Nach JUVE-Informationen haben um die Funktion am Ende drei Kandidaten gebuhlt: Neben Störk waren dies der Münchner Standortleiter Eckhard Späth sowie Dr. Peter Bartels. Der bislang in der deutschlandweiten PwC-Geschäftsführung für Mittelstand und öffentliche Hand zuständige Bartels galt unter den Partnern lange als Favorit, unterlag am Ende in einer Stichwahl allerdings Ulrich Störk. Traditionell gehen die Kandidaten mit einem „Schattenkabinett“ ins Rennen. Dementsprechend stand der neue Steuer- und Rechtschef, Klaus Schmidt, bei der Wahl im Team von Störk.

Die Pressestelle von PwC wollte keine der Personalien bestätigen. Ein Grund mag darin liegen, dass der Aufsichtsrat, der über die neue Deutschland-Geschäftsführung formal entscheiden muss, erst Ende Juni tagt. (Jörn Poppelbaum)

  • Teilen