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19.11.2018

Versicherungsbranche: Neue Kanzleien, neue Kunden

Ob es um D&O-Haftung von Vorständen und Geschäftsführern oder um Großschäden an Industrieanlagen geht, Streitigkeiten um Versicherungsleistungen bedeuten in vielen Kanzleien nach wie vor viel Geschäft. Das zeigt sich auch an der erfolgreichen Positionierung einiger Kanzleien, die erst vor zwei Jahren auf der Bühne erschienen sind. Derweil rüsten sich die Versicherer längst für ihre digitale Zukunft.

Den Alltag vieler Versicherungsspezialisten bildet weiterhin das Schadensmonitoring bei D&O-Streitigkeiten und Großschäden. Versicherungsspezialisten wie die Marktführerin BLD Bach Langheid Dallmayr und kleinere Akteure wie die auf streitige Schadens- und Haftungsfälle spezialisierte Kanzlei Bock Legal behaupten weiter ihren Platz. Sie stehen jedoch in zunehmendem Wettbewerb mit einer Reihe neuer Marktteilnehmer, darunter die international angesehenen Kanzleien Clyde & Co und Ince & Co oder die Kölner Ausgründung Fiedler Cryns-Moll Jüngel. Sie konnten sich in den vergangenen zwei oder drei Jahren in dem konfliktfreudigen Markt exzellent etablieren.

Hinzu kommen zwei weitere Entwicklungen und sorgen für mehr Bewegung in einem Markt, der lange verteilt schien. Denn immer mehr versicherungsrechtliche Experten sehen ihre Rolle nicht mehr ausschließlich an der Seite der Versicherungsunternehmen. Mit der Streitkultur hat sich vielmehr der Kreis der Ratsuchenden um versicherungsnehmende Unternehmen vergrößert, die sich zum Inhalt ihrer Policen beraten lassen. Die Düsseldorfer Kanzlei Wilhelm gehörte zu den ersten, die sich schon vor ein paar Jahren auf diese Entwicklung einstellten. Doch je stärker die Themen auch im Mittelstand ankommen, umso mehr entdecken auch mittelstandsberatende Full-Service-Kanzleien den Bedarf ihrer Mandanten. Der Kreis der Berater erweitert sich also nicht mehr nur durch neue Boutiquen.

Die Versicherer treiben unterdessen die Standardisierungs- und Digitalisierungsprozesse intensiv voran, um Kosten für die Verwaltung von Policen, den Abschluss und die Schadensabwicklung zu senken. Marktgrößen wie Allianz, Münchener Rück, Swiss Re und Zurich Insurance stehen hinter der Initiative B3i, die den Einsatz von Blockchains voranbringen soll. Derweil berät CMS Hasche Sigle den neuen Anbieter One Versicherung, der ganz auf digitale Abläufe setzt. Die Branche wandelt sich radikal. (Antje Neumann)

Mehr zu den aktuellen Entwicklungen bei der Beratung rund um Versicherungen lesen Sie im JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2018/19 und hier.

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