JUVE Kanzlei des Jahres

Versicherungsvertragsrecht: Prozessvertretung und Beratung

Versicherungsrecht 4.0

Streit über Managementfehler in den Unternehmen und die Frage, wer im Dreiecksverhältnis aus geschädigtem Unternehmen, ehemaligen Vorständen oder Geschäftsführern und dem D&O-Versicherer am Ende für den finanziellen Schaden geradestehen muss, beherrschen in vielen Kanzleien weiterhin das Geschäft. Besonders oft sind es Insolvenzverwalter, die hartnäckig Schadensersatz von früheren Managern einfordern, wenn sie den Verdacht hegen, dass die Insolvenz zu spät angemeldet wurde. Der Fall Arcandor ist noch immer besonders prominent, doch brachten Durchsuchungen bei früheren Vorständen der insolventen KTG Agrar in Erinnerung, dass es zahlreiche parallele Fälle gibt.

Die Regulierung solcher Schadenfälle dauert Jahre, auf der Produktentwicklungsseite hingegen blicken die Versicherer längst in die Zukunft. So hat die Krise der Lebensversicherungen einige Anbieter zu kreativen Lösungen bewegt. Alle suchen neue Geschäftschancen ebenso wie Einsparmöglichkeiten, die sich durch den Digitalisierungstrend ergeben. Stichworte sind schnellere Abschlüsse und schnellere Schadensregulierung durch Automatisierung, künstliche Intelligenz und mobile Abrechnungsmodelle. Die Allianz investierte z.B. bereits in ein in den USA entwickeltes Technik-Start-up. Einige der Marktgrößen wie Allianz, Münchener Rück, Swiss Re und Zurich Insurance, stehen zudem hinter der Initiative B3i, die den Einsatz von Blockchains bei der Verwaltung von Policen, digitalem Abschluss und digitaler Schadensabwicklung voranbringen soll.

Neue Wege auch bei den Kanzleien

Bei diesen Marktentwicklungen sind auch immer wieder die Versicherungskanzleien gefragt. So berät etwa CMS Hasche Sigle den neuen Anbieter One Versicherung, der ganz auf digitale Abläufe setzt. Die vor zwei Jahren in Düsseldorf gestartete Kanzlei Clyde & Co nutzt inzwischen immer besser auch hierzulande ihr großes Wissen aus der weltweiten Praxis und berät u.a. zu neuen Produkten in der Lebensversicherung. BLD Bach Langheid Dallmayr stellt sich ebenfalls mit einem Schwerpunktzentrum den Herausforderungen, die die neuen Technologien der traditionell eher konservativen Versicherungsbranche aufgeben.

Die neuen Akteure, die in den letzten zwei oder drei Jahren auf den Markt getreten sind, neben Clyde & Co zählen auch Ince & Co und Fiedler Cryns-Moll Jüngel dazu, sind in einen Markt gestartet, in dem viel gestritten wird. Im Alltag der Versicherungsspezialisten bildet das Schadensmonitoring bei D&O-Streitigkeiten und Großschäden aus den unterschiedlichsten Sektoren ein wichtiges Standbein. Kanzleien, die sich wie etwa Bock Legal weitgehend auf die Arbeit in streitigen Schadens- und Haftungsfällen konzentrieren, werden auch bei einer fortschreitenden Automatisierung von Schadensabwicklungen ihre Rolle behalten – wenn sie sich immer weiter spezialisieren.

Dabei ist in jüngerer Zeit zu beobachten, dass sich bei Deckungsfragen auch die versicherungsnehmenden Unternehmen häufiger unabhängigen Rat holen. Die Kanzlei Wilhelm hat sich hier früh strategisch positioniert. Auch einige mittelstandsberatende Full-Service-Kanzleien entdecken zunehmend eine Positionierung auf Versicherungsnehmer-, statt Versichererseite als Chance.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die zu Versicherungsverträgen und -produkten beraten sowie daraus resultierende (Haftungs- und Regress-)Prozesse führen. Beraten werden sowohl Versicherer als auch Unternehmen als Versicherungsnehmer. Spezialisten für D&O-Prozesse finden sich auch im Kapitel Handel und Haftung.


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