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10.06.2009

Rückzug: Davis Polk schließt deutsches Büro

Davis Polk & Wardwell schließt Ende August ihr deutsches Büro in Frankfurt. Der Grund für die Büroschließung am Main ist nun das bevorstehende Ausscheiden des Partners, Patrick Kenadjian (61). Sein designierter Nachfolger, der Londoner Partner Harald Halbhuber (39), werde aus persönlichen Gründen die Kanzlei verlassen, so der Managing Partner der Kanzlei, John Ettinger.Der deutsche Ableger der US-Kanzlei konzentrierte sich von Anfang an auf grenzüberschreitende Kapitalmarkt- und M&A-Beratung. Das Frankfurter Büro arbeitete eng mit der Praxisgruppe Deutschland und Österreich zusammen, die hauptsächlich in London angesiedelt ist. Allerdings war Frankfurt an manchen großen Mandaten mit deutschem Bezug nicht beteiligt. So standen die New Yorker und Londoner Davis Polk-Büros Siemens bei den Verhandlungen mit US-Behörden wegen Verstößen gegen den Foreign Corrupt Practices Act zur Seite.

Kenadjian begann seine anwaltliche Tätigkeit bei Davis Polk & Wardwell im Jahr 1975 und wurde 1984 zum Partner ernannt. 1991 eröffnete er die Frankfurter Niederlassung und war deren Managing Partner.

Davis Polk unterhält hierzulande eine langjährige Best-Friend-Beziehung mit Hengeler Mueller. Die beiden Kanzleien kooperieren insbesondere bei grenzüberschreitenden kapitalmarktrechtlichen und M&A-Transaktionen mit US-rechtlichem Bezug. „Wir arbeiten schon so lange und so eng mit Davis Polk & Wardwell zusammen, dass dieser Schritt unsere weitere Kooperation nur gering beeinflussen wird“, sagte Dr. Klaus-Dieter Stephan, Managing Partner von Hengeler Mueller. Patrick Kenadjian sagte: „Wir haben Hengeler Mueller über die Entscheidung konsultiert, und kamen zu dem Ergebnis, dass wir unsere gemeinsamen Mandate reibungslos weiter von London aus bearbeiten könnten.“

Nach dem Ausstieg von Kenadjian und Halbhuber wird der Londoner Partner John Banes (46) künftig die Leitung der deutschen Praxisgruppe übernehmen. Banes, der diese bisher gemeinsam mit Kenadjian leitete, arbeitete zwischen Januar 2000 und August 2002 im Frankfurter Büro. Auch er berät vorwiegend zum Kapitalmarktrecht und M&A. (Christopher Tod)

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