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14.10.2010

IP/IT: Schwere Verluste bei Howrey in Amsterdam und Brüssel

Ein Dutzend IP-Partner an drei europäischen Standorten kehren der US-Kanzlei Howrey den Rücken. Zum Jahreswechsel verlassen die jeweiligen kompletten Praxisgruppen in Amsterdam und Brüssel sowie ein Partner aus Paris die Kanzlei. Unter dem Namen Hoyng Monegier starten sie in eigener IP-Boutique. Die deutschen Howrey-Büros sind zunächst nur indirekt betroffen.

Für Howrey sind die Abgänge ein schwerer Verlust. Die IP-Praxen in Amsterdam und Brüssel waren dem Vernehmen nach die wichtigsten europäischen Standorte in diesem Bereich. Zu den Abgängern gehören die beiden angesehenen Partner Denis Monegier du Sorbier und Willem Hoyng. Hoyng war lange Zeit die europäische Managing Partner von Howrey und gehörte dem Exekutivkommittee an. Offenbar hatte er sich schon seit einigen Monaten Gedanken über seinen Abschied gemacht, denn im Frühjahr hatte er bereits Führungsverantwortung abgegeben.

Als Grund für den Spin-off wurden Mandatskonflikte und Probleme zwischen den europäischen und US-amerikanischen IP-Partnern genannt. Offensichtlich waren die Europäer unzufrieden mit dem Geschäft, das ihnen die US-Kollegen vermittelt haben.

Auch auf die deutschen Howrey-Büros könnten sich die Verluste von Amsterdam und Brüssel und teilweise auch Paris auswirken. Die bisherige Zusammenarbeit und der Mandatsaustausch mit den jeweiligen Büros soll zwar je nach Anwalt unterschiedlich intensiv gewesen sein. Unbestritten ist jedoch, dass viele Großmandate nur mit einem internationalen Netzwerk bearbeitet werden können. Auch in Deutschland gab es bei Howrey zuletzt Veränderungen. So verließ der IP- und IT-Partner Michael Knospe das Münchner Büro zum Oktober in Richtung SJ Berwin (mehr…) und auch ein Principal Associate ging. Im September hatte die Kanzlei noch in Düsseldorf ihr zweites Deutschland-Büro eröffnet. Im Zuge dessen kam Dr. Christoph Lenz (45) aus dem Düsseldorfer Büro von Bardehle Pagenberg Dost Altenburg Geissler (mehr…). Der deutsche Managing Partner von Howrey, Dr. Joachim Feldges, wollte die aktuellen Abgänge nicht kommentieren. (Volker Votsmeier)

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