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17.08.2012

Aluminiumwalzwerk: Wolf Theiss berät Euris-Gruppe bei Beteiligung in Kroatien

Nun hat es die Hypo Alpe Adria doch geschafft: Die verstaatlichte Bank hat ihre Mehrheitsbeteiligung an dem größten Aluminiumwalzwerk Kroatiens, TLM-TVP, an die österreichische Euris-Gruppe verkauft. Ein erster Versuch war im Juni gescheitert.

Dieter Spranz

Dieter Spranz

Mit der Aluhandelsfima Euris, die ihren Sitz in Wien hat, hat sich im Bieterverfahren der größte Kunde von TLM-TVP durchgesetzt. Das kroatische Aluminiumwalzwerk in Sibenik erzielte 2011 einen Umsatz von 140 Millionen Euro. 

Dabei sah es zunächst so aus, als würde die Euris-Gruppe leer ausgehen. Anfang des Jahres hatte sich im Bieterverfahren zunächst der hinter der Industriegruppe Montana Tech stehende Investor Michael Tojner durchgesetzt. Er wollte die Hypo Alpe Adria-Beteiligungen an den beiden kroatischen Aluminiumunternehmen TLM-TVP und Aluflex übernehmen. Im Juni sprang Tojner von dem TLM-Deal ab, im Juli platzte dann auch die Aluflex-Transaktion. So kam Euris zum Zuge.

Der Verkauf von TLM-TVP gehört zur allgemeinen Strategie der Hypo Alpe Adria, sich langfristig von allen Investments zu trennen, die nicht zum strategischen Bankgeschäft gehören. Für das Verpackungsunternehmen Aluflex wurde soweit bekannt bislang noch kein Käufer gefunden. Nach Medienberichten läuft hier das Bieterverfahren noch.

Berater Euris-Gruppe
Wolf Theiss (Wien): Dieter Spranz, Luka Tadic-Colic (Zagreb), Daniela Wieser; Associate: Ivo Stitic (alle Gesellschaftsrecht/M&A; Rechtsanwaltsanwärter; Wien/Zagreb)

Berater Hypo Alpe Adria/TLM-TVP
CMS Reich-Rohrwig Hainz (Wien): Johannes Trenkwalder, Hrvoje Bardek (beide Gesellschaftsrecht/M&A; Zagreb); Associate: Alexander Rakosi, Matija Osrecak (beide Gesellschaftsrecht/M&A; Zagreb), Wolfgang Auf, Tamara Strucic (beide Steuerrecht; Zagreb)
Inhouse (HGAA; Wien): Dr. Thomas Schobel (Leiter der Rechtsabteilung), Dr. Mirna Zwitter-Tehovnik, Kelvin Wheeler

Hintergrund: Die Euris-Gruppe vertraute bei dem Deal zum ersten Mal Wolf Theiss. Das Mandat begann bereits 2009, als Euris mit der Hypo Alpe Adria in ersten Verhandlungen stand. Der im Grundsatz vereinbarte Verkauf scheiterte dann dem Vernehmen nach aber an der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria und daraus folgenden Veränderungen im Vorstand. 2011 entschloss sich die Bank schließlich dazu, TLM-TVP über ein Bieterverfahren zu veräußern und Euris setzte weiterhin auf Wolf Theiss. Ins Mandat war die Kanzlei über einen privaten Kontakt zu dem Gesellschafter und Geschäftsführer der Euris Loran Pejcinoski gekommen.

Auch die Mandatsbeziehung zwischen CMS und der Hypo Alpe Adria besteht schon länger. Die Kanzlei betreut die Bank bereits seit 2010 umfassend bei zahlreichen Projekten, mit Rakosi gilt innerhalb der Kanzlei ein Associate als zentraler Ansprechpartner für die Bank. CMS hat die Bank bereits bei Portfolioumstrukturierungen, Transaktionen sowie bankrechtlichen und regulatorischen Fragen beraten. Die Kanzlei begleitete die Hypo Alpe Adria auch bei dem ersten Verkaufsversuch an Montana Tech. Das Unternehmen wurde seinerseits soweit bekannt von dem Einzelanwalt Dr. Georg Blumauer von b-legal sowie Dr. Martin Brodey von Dorda Brugger Jordis  beraten.

Aufseiten der Hypo Alpe Adria war an dem Deal auch ein starkes Team von Inhouse-Juristen beteiligt, das Schobel leitete. Sein Vorgänger, Alexander Slana, wechselte vor knapp einem Jahr als Anwalt zu Wolf Theiss.

Bei dem Verkauf ihres Südosteuropageschäfts setzte sich Schönherr im Bieterverfahren als Beraterin der Hypo Alpe Adra durch (mehr…). (Christin Nünemann)

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