Wien

Nabucco-Chefjurist kehrt als Partner zu DLA Piper zurück

Der Energierechtsexperte Andreas Gunst steigt zum November als Partner im Wiener Büro von DLA Piper ein. Der 38-jährige Deutsche kommt vom Gaspipeline-Projekt Nabucco, wo er in den vergangenen vier Jahren als Chief Legal Counsel und Compliance Officer aktiv war.

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Andreas Gunst
Andreas Gunst

Bei DLA Piper Weiss-Tessbach wird er Mitglied der Praxis für Finance & Projects. Hier soll er österreichische und ausländische Unternehmen der Energiewirtschaft beim Strukturieren, Finanzieren und Umsetzen von Projekten beraten. Gunst wird dabei nicht nur in Wien, sondern auch von London aus tätig sein.

Nach Darstellung von DLA ist er im gesamten Energierecht erfahren, einschließlich regulatorischer Rahmenbedingungen auf den Öl, Gas- und Strommärkten, dem Energievertrags- und -handelsrecht sowie der vertraglichen Strukturierung und Finanzierung einer großen Vielfalt von Projekten  auch im Segment erneuerbarer Energien.

Der Wechsel Gunsts zu DLA Piper lag aus mehreren Gründen nahe: Zum einen steht das Gaspipeline-Projekt Nabucco seit dem Sommer still und wird derzeit auf ein Minimum heruntergefahren. Den Zuschlag für den Transport aus dem Gasfeld Shah Deniz II hatte vor ein paar Monaten statt Nabucco der Konkurrent Transadriatische Pipeline (TAP) erhalten. Gunsts bisheriger Verantwortungsbereich bei Nabucco wird deswegen zum Jahresende eingestellt.

Zu Hochzeiten waren in der von Gunst geleiteten Rechtsabteilung elf Juristen aus verschiedenen Ländern tätig, unter anderem aus Österreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Rumänien und der Türkei. Mittlerweile haben viele Mitarbeiter eine neue Beschäftigung gefunden. Allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, dass Gunst einige Mitarbeiter zu DLA folgen.

Zum anderen sind die Beziehungen zwischen Gunst und DLA Piper sehr eng. So war Gunst vor seinem Wechsel zur in Wien angesiedelten Nabucco Gaspipeline International GmbH vier Jahre bei DLA Piper in London und Edinburgh beschäftigt. Außerdem war DLA Piper die zentrale Rechtsberaterin des Projekts. Die Kanzlei beriet Nabucco in den vergangenen Jahren umfassend mit Anwälten aus zahlreichen Ländern.

Für das Wiener Büro von DLA Piper ist der Zugang von Gunst zentral. Insbesondere die Praxisgruppe Finance & Projects galt in der jüngsten Vergangenheit im Kanzleivergleich als wirtschaftlich zu schwach. Weiters verzeichnete die Gruppe auch einige Partnerweggänge, zuletzt etwa den des Kanzlei-Urgesteins Wolfgang Lafite (mehr…) oder von Dr. Wolfgang Freund, der zu Grama Schweighofer Vondrak gewechselt war (mehr…). Mit der Aufnahme des von Freshfields Bruckhaus Deringer gekommenen Dr. Attila Csongrady begann die Kanzlei jedoch zuletzt bereits, die Abteilung neu aufzustellen (mehr…). (Jörn Poppelbaum)

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