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22.01.2020

PwC Legal: Global Legal Technology Leader kommt aus Österreich

Das weltweite Legal-Tech-Team von PwC Legal hat seit Anfang Jänner seine Zentrale in Wien. Denn die Rolle des Global Legal Technology Leader hat Partner Dr. Christian Öhner (41) übernommen, dessen Kanzlei Oehner & Partner mit PwC Legal kooperiert. Im Gespräch mit JUVE erläutert er, was zu seinen Hauptaufgaben gehört und welche Veränderungen er in der anwaltlichen Beratung erwartet.

Christian Öhner

Christian Öhner

JUVE: Wie kamen Sie zu dieser Rolle?

Dr. Christian Öhner: Die Position war neu zu besetzen, weil mein Vorgänger Dr. Günther Dobrauz-Saldapenna von PwC Legal in der Schweiz eine globale Rolle im Financial-Services-Team übernahm. Im Auswahlprozess und für die Berufung durch das Global Board war unter anderem die Kombination aus anwaltlichem und technischem Know-how entscheidend. Da haben wir in Wien einen Schwerpunkt gesetzt, unter anderem mit einer Anwältin, die sich ausschließlich mit Legal Tech befasst.

Damit ist die globale Führungsposition bei Legal Tech erneut in österreichischer Hand?

Das ist richtig. Günther Dobrauz und ich kennen uns gut. Wir kommen beide aus Steyr.

Wie groß ist das globale Legal-Tech-Team bei PwC Legal?

Aktuell gehören dazu rund 20 Personen, vor allem aus Europa, Großbritannien, Australien und verschiedenen Ländern in Asien; weitere Teams gibt es lokal. Es ist also geografisch recht breit gestreut. Meine Aufgabe ist es auch, dieses Team zu erweitern.

Worin liegen die Schwerpunkte Ihrer Aufgabe als Global Legal Technology Leader?

Vor allem geht es darum, erfolgversprechende Initiativen umzusetzen. Günther Dobrauz konzentrierte sich darauf, mit dem Team zusammenzutragen, welche Bemühungen es innerhalb von PwC Legal auf Länderebene gibt. Das wertete das Legal-Tech-Netzwerk inzwischen aus, sodass wir jetzt auswählen können, was wir weiterverfolgen wollen.

Welche Projekte stehen bei PwC und PwC Legal im Vordergrund?

Da gibt es zwei Stoßrichtungen: Wie setzen wir als Anwälte digitale Hilfsmittel in unserer Arbeit ein und wie nutzen unsere Mandanten solche Tools. Im Geschäft mit Firmenkunden etwa sind in vielen Betrieben die Abläufe viel weniger digitalisiert als im Konsumentenbereich. Da wollen wir ansetzen.

Wo erwarten Sie in der anwaltlichen Beratung starke Veränderungen?

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird die rechtliche Due Diligence umkrempeln. Das ist nicht neu, wird aber immer wichtiger. Denn eine klassische Due Diligence gibt es in Zukunft nicht mehr. Wie in der finanziellen Due Diligence wird es darum gehen, ob es Zweifel an den Daten gibt, die in einer Datenbank vorhanden sind. Das bedeutet auch: Dokumente werden stärker automatisiert entstehen und nur noch digital vorhanden sein. Deshalb ist die Dokumentenautomatisierung ein weiterer Schwerpunkt.

Was steht in der Zusammenarbeit zwischen Mandanten und Anwälten auf dem Programm?

Wir wollen bei der automatisierten Lösung von Rechtsproblemen vorankommen und kooperieren dabei mit Bryter. Mit deren Hilfe wollen wir bestimmte Rechtsthemen so aufbereiten, dass Anwender konkrete Fragen beantwortet bekommen. Daraus können gemeinsame Produkte entstehen oder auch Lösungen, wie wir mit unseren Mandanten zusammenarbeiten.

Das Gespräch führte Raphael Arnold.

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