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18.03.2020

Wien: Deutsche Telekom schließt sich Legal Tech Hub an

Der Legal Tech Hub Vienna (LTHV) gewinnt einen Großkonzern als Partner: Die Rechtsabteilung der Deutschen Telekom schließt sich dem Zusammenschluss von fünf österreichischen Kanzleien an, um die Digitalisierung in der Branche mitzugestalten. Wie es zu diesem Schritt kam, erläutern im Gespräch mit JUVE Dr. Peter Schichl, Head of Legal Services Technology & Procurement und Chief Legal Tech Officer, sowie Dr. Axel Lützner, Leiter Legal M&A & Corporate Finance.

JUVE: Warum schließt sich die Rechtsabteilung der Deutschen Telekom dem Legal Tech Hub Vienna als Partnerin an?

Axel Lützner

Axel Lützner

Dr. Axel Lützner: Wir halten den Legal Tech Hub in Wien für eine Initiative, die für die gesamte europäische Rechtsbranche sehr hilfreich und wichtig ist. Bei dieser Entwicklung wollen wir mit vorne dabei sein und Impulse geben. Wie sich der Hub entwickelt, verfolgen wir seit seiner Gründung. Und das hat uns beeindruckt.

Wie entstand der Kontakt?

Lützner: Die Leiterin der Rechtsabteilung unserer Tochter Magenta Telekom, der früheren T-Mobile Austria, Anja Tretbar-Bustorf stellte den für uns vor Ort her. Das war ein sehr offener Austausch. Für uns ist auch günstig, dass Wien geografisch in der Mitte unserer Europaaktivitäten liegt. So können slowakische oder ungarische Kollegen ebenfalls von dem Engagement profitieren.

Hatten Sie im Vorfeld Erfahrung mit Start-ups?

Peter Schichl

Peter Schichl

Dr. Peter Schichl: Ja, wir hatten in verschiedenen Konstellationen mit Jungunternehmen zu tun, unter anderem über einen Inkubator in Berlin. Ein Zugang zu Entwicklern in der Legal-Tech-Szene ist uns also wichtig, auch aufgrund unserer eigenen Digitalisierungsstrategie. Eine direkte Beteiligung an einem Start-up dagegen erscheint uns eher riskant, weil wir nur auf eine Idee setzen würden.

Was macht für Sie den Legal Tech Hub aus?

Schichl: Dass aktuell fünf Kanzleien und verschiedene weitere Partner zusammenarbeiten, das ist ziemlich einzigartig. Auch die Strahlkraft mit Unternehmen aus der ganzen Welt, die sich um die Plätze im Accelerator bewerben, ist besonders. Außerdem sind das Konzept und die Umsetzung sehr praxis- und kundenorientiert. Das Programm ist deshalb wirklich sehr förderlich – sowohl für Start-ups als auch für Kanzleien, öffentliche Institutionen und Firmen.

Wie sieht das Engagement der Deutschen Telekom als Platin-Partner konkret aus?

Lützner: Wir sind in den Acclerator und die Jury eingebunden und bringen damit unsere Sicht und unsere Ideen ein, auch bei der Auswahl der Start-ups. Wenn die aktuellen Reisebeschränkungen fallen, könnten wir uns auch vorstellen, eine Phase des Accelerator-Programms in Bonn zu machen. Eine konkrete Erwartung oder einen bestimmten Zeithorizont gibt es nicht. Wir wollen vor allem mitgestalten. 

Das Gespräch führte Raphael Arnold.

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