Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Schmid im Jahr 2002 in drei Schritten insgesamt 1,2 Millionen Euro ins Ausland geschafft hat, um das Geld seinen Gläubigern zu entziehen.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung dagegen hatte auf Freispruch plädiert und für den Fall einer Verurteilung bereits Revision angekündigt.
Die Auseinandersetzungen rund um Mobilcom – heute gehört das Unternehmen zu Freenet – ziehen sich seit Jahren hin und waren von zahlreichen Prozessen begleitet. Seit 1994 ist Mobilcom am Markt. Mit Schmid stieg das Unternehmen in die erste Reihe deutscher Mobilfunkunternehmen auf und ersteigerte im Jahr 2000 mit Hilfe der France Télécom eine der begehrten UMTS-Lizenzen.
Zwei Jahre später verlor Schmid dann seinen Vorstandsposten, zuvor hatte es mit den seit dem UMTS-Deal mehrheitsbeteiligten Franzosen heftige Auseinandersetzungen um den Unternehmenskurs bei Mobilcom gegeben.
2003 schließlich meldete Schmid Privatinsolvenz an. Der 56-Jährige muss sich überdies auf ein weiteres Verfahren am Kieler Landgericht einstellen. Ihm wird dabei Untreue in 22 Fällen vorgeworfen.
Vertreter Schmid
SAMSON & LANGROCK (Hamburg): Prof Dr. Erich Samson, Dr. Marc Langrock
Staatsanwaltschaft Kiel
Axel Goos
Landgericht Kiel, 25. Große Strafkammer
Oliver William (Vorsitz)
Samson ist einer der bekanntesten Strafrechtsprofessoren in Deutschland, Langrock war früher sein Assistent. Im Sommer vergangenen Jahres hatte es zunächst geheißen, die beiden schließen sich Roxin Rechtsanwälte an. Nun engagieren sie sich aber in eigener Kanzlei.
Mit Schmid beschäftigen sich seit Jahren eine Reihe von Anwälten: So wird sein Privatvermögen von dem Hamburger Insolvenzspezialisten Jan Wilhelm von hww Wienberg Wilhelm verwaltet. In den Auseinandersetzungen mit der France Télécom um die UMTS-Finanzierung setzte Schmid auf Hengeler Mueller-Partner Prof. Dr. Gerd Krieger.
Im Zusammenhang mit aktienrechtlichen Auseinandersetzungen mit der France Télécom schließlich ließ sich Schmid von Dr. Thomas Heidel, Partner der Bonner Kanzlei Meilicke & Hoffmann, vertreten: Heidel rückte zuletzt auch ins Rampenlicht, als er als Besonderer Vertreter der Hypo- und Vereinsbank bestellt wurde.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 21. Januar 2008