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14.05.2009

Korruptionsaffäre: MAN wappnet sich mit Nörr und Lechner

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Korruption beim Verkauf von MAN-Fahrzeugen gegen mehr als 100 Personen. Dabei handelt es sich sowohl um MAN-Mitarbeiter als auch um Empfänger von Schmiergeldern. Anfang Mai hatten die Ermittler bundesweit die Büros der MAN AG und der Töchter Nutzfahrzeuge sowie Truck & Bus durchsucht. Zwei Personen wurden zwischenzeitlich verhaftet, eine befindet sich wieder auf freiem Fuß. Ermittelt wird wegen Bestechung und Steuerhinterziehung in den Jahren 2002 bis 2009.

Laut Staatsanwaltschaft besteht die Vermutung, dass Schmiergelder über Briefkastenfirmen in Malta, auf den Bahamas, den British Virgin Islands, Zypern, London und New York gezahlt wurden. Ziel sei gewesen, den Verkauf vor allem von Lkws anzukurbeln. Der Aufsichtsrat hat inzwischen die Aufnahme unabhängiger Untersuchungen beschlossen, die auch die Überprüfung des Compliance-Systems einschließt. (Astrid Jatzkowski)

Berater MAN
NÖRR STIEFENHOFER LUTZ (München): Dr. Christian Pelz (Wirtschaftsstrafrecht)
LECHNER & PARTNER (München): Walter Lechner (Wirtschaftsstrafrecht)
INHOUSE (München): Nicht bekannt

Berater MAN-Aufsichtsrat
WILMER HALE : Dr. Roland Steinmeyer (Berlin), Franz Schwarz (London)

Die MAN-Berater sind aus dem Markt bekannt.

Die beiden federführenden Wilmer-Hale-Partner werden von einem Team aus dem Berliner und Frankfurter Büro unterstützt. Die Kanzlei hat auch in Deutschland bereits eine Reihe von Unternehmen bei ihren Compliance-Maßnahmen unterstützt.

Für Nörr-Partner Pelz ist MAN bereits die zweite große Unternehmensvertretung innerhalb kurzer Zeit: Er gehört zu dem Team, das die Hypo Real Estate betreut, die im Dezember durchsucht wurde.

Lechner ist ein etablierter Münchner Verteidiger, der bislang aber eher durch Verteidigungen im allgemeinen Strafrecht auf sich aufmerksam gemacht hat. Allerdings hat er auch im Siemens-Komplex mehrere Beschuldigte vertreten. Daneben berät Dr. Klaus Leipold aus der Münchner Strafrechtsboutique Lohberger & Leipold nach Informationen aus dem Markt erneut KPMG.

Die Individualverteidiger sind bislang nicht bekannt. Wie es heißt, sind die anerkannten Münchner Boutiquen mit von der Partie. In Anbetracht der Vielzahl der Beschuldigten ist davon auszugehen, dass bundesweit Strafrechtler mandatiert wurden.

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 12. Mai 2009

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