Juve Plus Betrugsverdacht

Beluga-Gründer Stolberg vertraut Feigen Graf

Die Staatsanwaltschaft Bremen hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Gründer und ehemaligen Geschäftsführer der Bremer Beluga Shipping, Niels Stolberg, sowie gegen einen ehemaligen Geschäftsführer und weitere leitende Angestellte eingeleitet. Sie ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs im besonders schweren Fall und der unrichtigen Darstellung.

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Hanns Feigen
Hanns Feigen

Die Beschuldigten stehen in dem Verdacht, seit 2009 Umsatzerlöse im dreistelligen Millionenbereich falsch ausgewiesen und hierdurch insbesondere Kapitalgeber getäuscht zu haben.

Auslöser der Ermittlungen ist der amerikanische Investor Oaktree, der im vergangenen Jahr als Anteilseigner an Bord der Reederei geholt worden war (mehr…). Die Investmentfirma hatte in der vergangenen Woche der Staatsanwaltschaft Bremen Unterlagen zur strafrechtlichen Prüfung vorgelegt. Oaktree gibt an, finanzielle Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf Umsatz und Liquidität entdeckt zu haben.

Oaktree hatte im Sommer 2010 zunächst eine dreistellige Millionensumme investiert. Eigenen Angaben zufolge war der Investor im Februar informiert worden, dass Beluga zusätzliche finanzielle Mittel benötigt. Oaktree zahlte. Dadurch stieg ihr Anteil an Beluga auf 49,5 Prozent. Die Mehrheit der Gesellschafteranteile liegt nach wie vor bei Stolberg. Dieser hatte Anfang März aus persönlichen Gründen um seine Beurlaubung von der Geschäftsführerposition gebeten. Tags zuvor sollen mehrere Führungskräfte der Bremer Firma fristlos gekündigt worden sein.

Presseberichten zufolge ist die Bremer Großreederei wirtschaftlich angeschlagen. Oaktree und Beluga sollen bereits Gespräche mit Banken, Emissionshäusern und Charterreedereien geführt haben, um einen Verzicht auf finanzielle Forderungen zu erreichen. Betroffene Fonds mit Schiffen, die für Beluga Shipping fahren, sollen unter anderem die Emissionshäuser HCI Capital, die Oltmann-Gruppe, das Elbe-Emissionshaus, Ownership und Nordcontor in ihren Portfolios haben.

Vertreter Stolberg
Feigen Graf (Frankfurt): Hanns Feigen, Dr. Bernd Groß (beide Wirtschaftsstrafrecht) – aus dem Markt bekannt

Vertreter weiterer Geschäftsführer
Otmar Kury (Hamburg; Wirtschaftsstrafrecht) – aus dem Markt bekannt

Vertreter weitere Angestellte
Livonius (Frankfurt): Dr. Barbara Livonius – aus dem Markt bekannt
Joester & Partner (Bremen): Erich Joester, Prof. Dr. Reinhold Schlothauer – aus dem Markt bekannt

Berater Oaktree
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Prof Dr. Gerhard Schmidt (Federführung), Dr. Uwe Hartmann, Dr. Arnold Büssemaker (beide Corporate; München), Britta Grauke (Litigation), Jürgen Börst (Steuern)
Inhouse (London): Justin Bickle, Tom Jagger

Hintergrund: Feigen gilt als einer der renommiertesten Wirtschaftsstrafrechtler hierzulande, unter anderem vertrauten ihm Ex-Postchef Zumwinkel in der Steueraffäre (mehr…) sowie Ex-Bahnchef Mehdorn rund um den Datenskandal (mehr…). Kury zählt zu den führenden Hamburger Verteidigern, während Joester und Schlothauer im Nordwesten einen exzellenten Ruf genießen; Schlothauer gilt zudem als brillanter Revisionsexperte.

Weil Gotshal war bereits in der Vergangenheit für Oaktree tätig, bisher vor allem in Transaktionen. In dieses Mandat kam die Kanzlei nach einem Pitch. Oaktree Inhouse-Jurist Bickle war zuvor Partner bei Cadwalader Wickersham & Taft und bringt Marktinformationen zufolge einige Restrukturierungserfahrung mit. Zum Einstieg bei Beluga im vergangenen Jahr hatte ein Team von Freshfields Bruckhaus Deringer um den Hamburger Partner Dr. Nils Koffka den US-Finanzinvestor beraten. Die Kanzlei hatte schon zuvor an der Seite von Oaktree gestanden, zuletzt etwa bei der Beendigung des Engagements bei Deutsche Wohnen. Die Mandatsbeziehung geht unter anderem auf Koffkas persönliche Kontakte in Los Angeles, dem Sitz von Oaktree, zurück.

Bei der Investmentaufstockung hat Marktinformationen zufolge Dr. Christian Scharff, Partner im Hamburger Büro von Latham & Watkins Stolberg beraten. Dirk Lange, Partner im Düsseldorfer Aderhold-Büro, der Beluga beim Einstieg von Oaktree beraten hatte, ist demnach aktuell nicht mandatiert.

Mitte März meldeten die beiden zentralen Beluga-Tochtergesellschaften, Beluga Chartering sowie Beluga Shipping, Insolvenz an. Das Bremer Amtsgericht bestellte für beide Gesellschaften Edgar Grönda von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Als Verfahrensbevollmächtigte für Beluga-Gründer Niels Stolberg trat beim Antrag für Beluga Shipping die Wuppertaler Kanzlei Runkel Schneider Weber auf.

Zuvor war aus dem Markt bekannt, dass im Hinblick auf eine geplante Restrukturierung weitere Anwälte involviert sind. Zuvor war aus dem Markt bekannt, dass im Hinblick auf die Restrukturierung weitere Anwälte involviert sind. Beluga berät der Sanierungs- und Restrukturierungssexperte von Wellensiek in Frankfurt, Alfred Hagebusch. Das Steering Committe der Gläubigerbanken vertraut auf ein Team von Clifford Chance Frankfurt um Heinz-Günter Gondert. Das Emissionshaus HCI Capital und deren Fondsgesellschaften hat ein Team von White & Case um die Hamburger Partner Dr. Sven-Holger Undritz und Sylvia Fiebig sowie die Frankfurter Partner Dr. Tom Schorling und Dr. Bernd Nelißen mandatiert.

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