Aus Insolvenz heraus

Deutsche Gruppe holt sich mit Preisl & Schneider Anlagenbauer Bertsch Energy

Der Fortbestand des Vorarlberger Kraftwerksbauers Bertsch Energy ist gesichert. Der baden-württembergische Anlagenbauer Dieffenbacher hat das Unternehmen aus der Insolvenz herausgekauft und wird es unter dem Namen Dieffenbacher Energy weiterführen.

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Bertsch Energy errichtet Kraftwerksanlagen sowie Abhitzesysteme und Prozessapparate für die chemische und petrochemische Industrie. Durch den Einstieg des familiengeführten Unternehmens sind in Bludenz über 160 Arbeitsplätze gesichert – auch bei Bertsch Service, einer weiteren Tochter der Gruppe, die Ende 2022 in Schieflage geriet.

Nahtlos fortführen

Dieffenbacher plant, sämtliche Projekte nahtlos fortzusetzen und die Aufträge fertigzustellen. Das soll Verzögerungen und Gewährleistungsansprüche vermeiden. Es sichert aber auch den Gläubigern eine höhere Quote.

Wilhelm Klagian

Der traditionsreiche Anlagenbauer Dieffenbacher aus Eppingen bei Heilbronn besteht seit 1873 und unterhält derzeit Standorte in zwölf Ländern weltweit. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei über 1.600, den Umsatz bezifferte die Gruppe für 2018 auf 368,5 Millionen Euro.

Berater Dieffenbacher
Inhouse Recht (Eppingen): Dr. Bernd Froschauer (General Counsel)
Preisl & Schneider (Bregenz): Dr. Helgar Schneider (Corporate/M&A)
Schelling & Partner (Stuttgart): Dr. Moritz Weber (Corporate/M&A)

Masseverwalter
Sutterlüty Klagian Brändle Gisinger Lingenhöle (Dornbirn): Dr. Wilhelm Klagian, Dr. Tobias Gisinger (Masseverwalterstellvertreter); Associate: Johannes Preisl (Rechtsanwaltsanwärter)

Markus Fellner

Berater Bertsch Energy
Fellner Wratzfeld & Partner (Wien): Dr. Markus Fellner (Restrukturierung), Dr. Florian Kranebitter (Finanzierung); Associates: Elisabeth Fischer-Schwarz (Insolvenzrecht), Florian Henöckl (Distressed M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Bertsch Holding
Dr. Michael Konzett (Bludenz)

Hintergrund: Aus dem Konkurs der Kommanditgesellschaft Bertsch Energy folgten Ende Dezember zwei weitere Insolvenzen bei Tochterunternehmen. Bei der Bertsch Energy GmbH ist die Frastanzer Anwältin Dr. Eva Müller Masseverwalterin, ihr Kanzleipartner Dr. Surena Ettefagh ist ihr Stellvertreter; bei Bertsch Service bestimmte das Landesgericht Feldkirch den Harder Rechtsanwalt Matthias Kucera zum Masseverwalter.

Bereits vor dem Insolvenzantrag von Bertsch Energy am 14. Dezember liefen Verhandlungen zur Rettung des Kraftwerksbauers. In diese war Dieffenbacher schon eingebunden und zog vor Ort in Vorarlberg den Bregenzer Anwalt Schneider hinzu. Dieser arbeitete gemeinsam mit dem etablierten Rechtsberater des Anlagenbauers, der Kanzlei Schelling & Partner aus Stuttgart, und dem Inhouse-Team an der Transaktion.

Bei Schelling war Partner Weber für die Transaktion zuständig. Er gehört der Einheit seit 2010 an und ist seit 2013 Partner. Unter anderem war er 2011 und 2012 als Associate in das Schadenersatzverfahren des Arcandor-Insolvenzverwalters um Immobiliengeschäfte zwischen dem früheren Einzelhandelskonzern und dem Oppenheim-Esch-Fonds eingebunden. Die Kanzlei vertrat in dem Prozess Thomas Middelhoff, den früheren Vorstandsvorsitzenden von Arcandor.

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