Die umsatzstärkste Kanzlei in Österreich ist und bleibt Schönherr. Mit 58,8 Millionen Euro steigerte sie ihren Umsatz um 3 Prozent und liegt damit deutlich vor der Zweitplatzierten Freshfields Bruckhaus Deringer mit 52 Millionen. Platz 3 belegt wie schon im Vorjahr Wolf Theiss. Auch insgesamt blieben die Top 10 im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil: Lediglich Fellner Wratzfeld & Partner rückte eine Position nach vorn und verwies DLA Piper Weiss-Tessbach auf Platz 10.
Erstmals JUVE-Top-20
JUVE hat erstmals die 20 umsatzstärksten Einheiten unter die Lupe genommen und damit die Top 15 aus dem vergangenen Jahr erweitert. Nachdem viele Kanzleien im Vorjahr ein zweistelliges Wachstum hingelegt hatten, fiel der Zuwachs im Geschäftsjahr 2016/17 moderater aus. Es gab jedoch auch Ausreißer nach oben. So verzeichnete Taylor Wessing ein Umsatzplus von mehr als 12,4 Prozent und erwirtschaftete erstmals mehr als 14 Millionen Euro. PHH Prochaska Havranek konnte sich sogar um knapp 24 Prozent steigern und positionierte sich mit etwas mehr als 10 Millionen Euro in den JUVE-Top-20. Zusammengenommen setzten die 20 Kanzleien mehr als 489 Millionen Euro um.
Dass sich der Umsatz vieler Kanzleien positiv entwickelte, hängt auch damit zusammen, dass sich die Causa Heta letztlich bis in den Oktober 2016 zog. Die weitere Verwertung der Vermögensbestände wird die Transaktionsanwälte wohl auch noch ein Weilchen beschäftigen. Abgesehen vom Bankensektor lastete der Immobilienmarkt die Teams im vergangenen Geschäftsjahr gut aus – und auch hier ist kein Ende in Sicht.
In Osteuropa hat sich was getan
Schaut man nicht nur auf Österreich, sondern auf die Gesamteinnahmen – also auch die Umsätze, die Kanzleien in Zentral- und Südosteuropa erzielten – zeigen sich sehr wohl Veränderungen im Ranking: Mit 73 Millionen Gesamtumsatz konnte Schönherr den bisherigen Primus Wolf Theiss vom ersten Platz verdrängen. Letztere musste Umsatzeinbußen von 4 Prozent hinnehmen und erzielte mit 72 Millionen mehr als 5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Mit einigem Abstand folgen CMS Reich-Rohrwig Hainz und Taylor Wessing.
Beim UBT ist Freshfields weiter unangefochten
Schönherr konnte sich jedoch nicht in allen Kategorien den Spitzenplatz sichern. Beim Umsatz pro Jurist (UBT) reicht an Freshfields nach wie vor keine andere Kanzlei heran. Mit einem UBT von 823.000 Euro legte sie im vergangenen Geschäftsjahr erneut zu und stellt damit die hohe Qualität ihrer Mandate unter Beweis. Selbst Schönherr, die 600.000 Euro je Jurist umsetzt, kann hier nicht mithalten und landet abgeschlagen auf Platz 2.
Mehr Zahlen und Hintergründe zu den 20 umsatzstärksten Kanzleien lesen Sie in der aktuellen Handbuch-Ausgabe des JUVE Magazins für Wirtschaftsjuristen sowie online. In der Online-Version können Sie selbst bestimmen, was Sie am meisten interessiert und sich die Tabelle nach unterschiedlichen Kriterien sortiert anzeigen lassen.