Salzburg

Palfinger löst sich mit Schönherr aus chinesischer Kreuzbeteiligung

Um ihre Strukturen zu vereinfachen, lösen der börsenotierte Maschinenbauer Palfinger und die chinesische Sany Group ihre wechselseitigen Beteiligungen auf. Der Wert der Transaktion beläuft sich auf rund 115 Millionen Euro.

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Foto: Palfinger

Seit zehn Jahren arbeiten beide Unternehmen eng zusammen, 2014 intensivierten sie ihre Verflechtung über eine Kreuzbeteiligung von damals 10 Prozent. Nun tauschen die Kranhersteller ihre jeweiligen Anteile und Palfinger erhält zusätzlich eine Barzuzahlung von 15 Millionen Euro. Damit erhöht das Unternehmen seinen finanziellen Handlungsspielraum für künftige strategische Investitionen.

Palfinger ist über eine Gesellschaft in Singapur mit 7,5 Prozent an der Sany Automobile Hoisting Machinery beteiligt. Die deutsche Sany Europe wiederum hält einen 7,5-prozentigen Aktienanteil an Palfinger. Mehrheitsaktionär des Kranbauers ist mit derzeit 56,6 Prozent die Familie Palfinger, die restlichen knapp 36 Prozent befinden sich in Streubesitz.

Tagesgeschäft weiter verschränkt

Beide Unternehmen strukturieren auch ihre operative Zusammenarbeit neu. So soll Sany das Joint Venture Palfinger Sany Mobile Cranes Sales (PSV AT) mit Sitz in Österreich übernehmen, das mit dem Vertrieb und Service von Mobilkränen und Baumaschinen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika befasst ist. Die Joint Ventures in China und den GUS-Staaten werden ausgebaut.

Palfinger mit Sitz in Bergheim bei Salzburg ist einer der weltweit führenden Anbieter von Kran- und Hebelösungen. Mit über 11.600 Mitarbeitern und 34 Produktionsstandorten erzielte Palfinger 2020 einen Umsatz von 1,53 Milliarden Euro. Seit 1999 notiert das Unternehmen an der Wiener Börse.

Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 15,3 Milliarden US-Dollar ist Sany Heavy Industries der deutlich größere Partner. Chinas größter Maschinenbauer stellt schwerpunktmäßig Kräne, Bagger und Windkraftanlagen her. 

Robert Bachner

Berater Palfinger
Schönherr (Wien): Dr. Robert Bachner, Dr. Sascha Schulz; Associate: Gabriel Ebner (Rechtsanwaltsanwärter; alle Corporate/M&A)
Luther (Singapur): Clemens Leitner, Thi Thuy Trang Phan (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Fujae Partners (Shanghai): Richard Yao (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Bergheim): Mario Ahrer (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Schönherr-Partner Bachner berät Palfinger bereits seit Jahren, insbesondere in kapitalmarktrechtlichen Fragen. 2014 hatte er dem Unternehmen bereits bei der Umsetzung der Kreuzbeteiligung zur Seite gestanden. Inhouse leitete Mario Ahrer die Verhandlungen. Sein Vorgänger, Martin Binder, war 2019 zum Armaturenhersteller Hawle gewechselt.

In Singapur setzte Palfinger auf das dortige Luther-Büro, wie bereits etliche Male zuvor, wenn es um dortiges Recht geht. Mit der aus Deutschland stammenden Trang Phan und dem Österreicher Leitner konnte die Kanzlei rechtliche Fragen aus allen beteiligten Jurisdiktionen abdecken.

Palfinger auch in China mit langjährigem Berater

Für Fragen des chinesischen Rechts holte Palfinger mit Yao ebenfalls einen langjährigen Berater an Bord. Auch er war 2014 an der Begründung der Kreuzbeteiligung mit Sany beteiligt, damals noch als Partner der Kanzlei Jun He. Ende 2015 gründete er gemeinsam mit David Dingfa Lio und dem IP-Anwalt Guangming Liu eine eigene Einheit in Shanghai. Sein Schwerpunkt liegt auf der Beratung amerikanischer und europäischer Unternehmen, die auf dem chinesischen Markt Fuß fassen möchten.

Nach JUVE-Informationen hat Sany die Transaktion von China aus geleitet und überwiegend inhouse abgewickelt. Beim Aufsetzen der Beteiligungen 2014 hatte das Unternehmen auf Shearman & Sterling und Dorda gesetzt, die Wiener Kanzlei ist seither immer wieder für den Konzern tätig.

Copyright Teaserbild: Palfinger

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