Rückzug

RBI gibt Bulgariengeschäft mit Wolf Theiss an E+H-Mandantin KBC ab

Nach mehr als einem Vierteljahrhundert zieht sich die Raiffeisen Bank International (RBI) aus Bulgarien zurück. Sie verkauft ihr dortiges Geschäft für gut eine Milliarde Euro an die belgische KBC Group. Deren lokale Tochter festigt dadurch ihre Position als drittgrößtes Finanzinstitut des Landes.

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Die RBI begründet den Schritt damit, dass es ihr das zusätzliche Kapital aus dem Verkauf erlaube, „in ausgewählten Märkten attraktive Wachstumschancen zu nutzen“. Tochtergesellschaften im Leasing, im Asset-Management und im Versicherungsvertrieb sowie Servicegesellschaften wechseln ebenfalls den Eigentümer. Ein Abschluss der Transaktion unterliegt aufsichts- und fusionskontrollrechtlichen Genehmigungen und ist für Mitte 2022 vorgesehen.

Alric Ofenheimer

Die bulgarische RBI-Tochter Raiffeisenbank (Bulgaria) EAD wies in den ersten neun Monaten 2021 einen Gewinn nach Steuern von 52 Millionen Euro aus, im Gesamtjahr 2020 lag er bei 30 Millionen Euro. Laut Bericht für das 3. Quartal 2021 unterhielt das Institut zu der Zeit 134 Filialen und beschäftigte knapp 2.500 Mitarbeiter. Die Zahl der Kunden lag bei 635.000.

UBB schließt mit Zukauf zu den Marktführern auf

Die KBC Group plant, das Geschäft der bulgarischen Raiffeisenbank mit ihrer bestehenden Tochter United Bulgarian Bank (UBB) zusammenzulegen. Damit kann die Bank zu den Marktführern UniCredit Bulbank und Banka DSK, eine Tochter der ungarischen OTP Bank, aufschließen. Daneben ist das belgische Finanzhaus mit DZI auch bulgarischer Marktführer im Versicherungssektor. Im Sommer 2021 hatte das Unternehmen das dortige Lebens- und Pensionsversicherungsgeschäft der niederländischen NN Group erworben.

Diana Dimova

Berater KBC
Kinstellar (Sofia): Diana Dimova, Nina Tsifudina (beide Federführung), Mladen Minev (alle Corporate/M&A), Svilen Issaev (Bank- und Finanzrecht), Dessislava Fessenko (Kartellrecht); Associates: Atanas Mihaylov, Zornitsa Georgieva (beide Corporate/M&A), Georgi Kanev (IP/IT; Datenschutz), Gabriela Ivanova, Denitsa Kuzeva, Ilia Lasin (alle Corporate/M&A)
E+H Eisenberger + Herzog (Wien): Dr. Alric Ofenheimer (Corporate/M&A), Josef Schmidt (Corporate/M&A, Bank- und Finanzrecht), Dr. Laurenz Liedermann (Bank- und Finanzrecht), Associate: Johannes Helm (Unternehmensrecht/M&A; Rechtsanwaltsanwärter)

Berater Raiffeisen Bank International
Wolf Theiss: Dr. Andrea Gritsch, Zeno Grabmayr (beide Federführung; beide Bankrecht/M&A), Dr. Claus Schneider (Bank- und Finanzrecht; alle Wien), Richard Clegg (M&A), Katerina Kraeva (Bank- und Finanzrecht; beide Sofia), Robert Wagner (Kartellrecht), Roland Marko (IT-/Datenschutzrecht), Karin Spindler-Simader (Steuerrecht; letztere drei Wien); Associates: Rupert Dinhobl (Bank- und Finanzrecht; Wien; Rechtsanwaltsanwärter), Yanitsa Radeva, Nikoleta Ratcheva, Irina Dekova, Kristian Yabalkarov, Boryana Filimonova (letztere fünf bulgarisches Recht; alle Sofia)

Andrea Gritsch

Hintergrund: Kinstellar-Partnerin Dimova beriet KBC bereits bei mehreren Transaktionen in Bulgarien, darunter 2017 beim 610 Millionen Euro schweren Kauf der UBB von der National Bank of Greece. Sie ist auch Managing-Partnerin des Büros in Sofia. Weil in der aktuellen Transaktion letztlich österreichisches Recht zum Tragen kam, zog das bulgarische Team die E+H-Anwälte um Ofenheimer und Schmidt hinzu.

Wolf Theiss gehört bei M&A-Transaktionen von Banken und Versicherern zu den erfahrensten Beratern in Wien. Die Kanzlei beriet zudem die RBI-Tochter in Bulgarien bereits mehrfach, zuletzt im Oktober bei der Emission einer Anleihe über 500 Millionen Euro. Damals arbeiteten die Berater in Sofia mit dem DCM-Team in der Wiener Zentrale um Alexander Haas sowie mit Clifford Chance in Deutschland zusammen. Auch für die rumänische RBI-Tochter war Wolf Theiss bereits mehrfach tätig.

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