Jordis war seit rund 25 Jahren für Dorda Brugger Jordis tätig. Ihre fachlichen Schwerpunkte lagen im Gesellschafts- und Stiftungsrecht sowie bei Unternehmenskäufen, Umstrukturierungen und Sanierungen. Ihre Mandanten waren vor allem familiengeführte Unternehmen, darunter zahlreichen Privatstiftungen mit industriellen Beteiligungen.
Die Kanzlei Dorda Brugger Jordis, deren Partnerschaft sie bis zuletzt angehörte, gründete sie 1988 gemeinsam mit Dr. Christian Dorda und Hon.-Prof. Dr. Walter Brugger. Zuvor war sie seit 1981 auf Wirtschaftsrecht spezialisierte Rechtsanwältin in ihrer eigenen Kanzlei. „Mit ihr zusammenzutreffen und mit ihr die Kanzlei zu dem, was sie heute ist, aufzubauen, zählt zu den Glücksfällen meines Lebens“, sagt Senior-Partner Dorda. „Sie brachte dabei Fähigkeiten ein, über die kaum ein anderer verfügt. Ihr strategischer Weitblick, ihre Verhandlungsstärke und Loyalität, ihr Engagement und ihre Menschlichkeit haben mich stets beeindruckt und den Stil unserer Kanzlei mitgeprägt.“
Jordis bekleidete zahlreiche Aufsichtsrats- und Vorstandsfunktionen und galt insofern auch über die Anwaltswelt hinaus in der Wirtschaft als bestens vernetzt. So war sie unter anderem stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates und Mitglied des Strategie-, Bilanz- und Risikoausschusses der Erste Bank, Aufsichtsratsvorsitzende der Miba AG, der Wolford AG und der Mitterbauer Beteiligungs AG, sowie Aufsichtsratsmitglied der ÖIAG, Austrian Airlines und Generali Holding Vienna. Sie gehörte dem Vorstand von mehr als 15 Privatstiftungen an und war von 2003 bis 2008 auch Vorsitzende des Universitätsrates der Medizinischen Universität Wien. Sie beriet alle diese Gesellschaften nicht nur in rechtlichen Belangen, sondern auch in Fragen der strategischen Weiterentwicklung.
„Theresa Jordis schaffte es bei großem persönlichem Engagement stets auch andere mitzureißen und zu motivieren“, sagt Georg Birkner, der jahrelang mit Jordis zusammenarbeitete und neuer Leiter des Stiftungsrechts-Teams geworden ist. „Zu ihren Stärken gehörten insbesondere enorme Menschenkenntnis, großes Einfühlungsvermögen und Respekt gegenüber anderen Meinungen. Sie erlaubte es jungen Juristen Verantwortung zu übernehmen und an ihren Aufgaben zu wachsen. Ihre Persönlichkeit und ihr Führungsstil werden uns allen immer ein großes Vorbild sein.“ (Geertje Oldermann)