Der Skandal um VW überrascht auch im Hinblick auf die Verteidiger
Einst galt das Modell Volkswagen (VW) als richtungweisend. Jetzt sind die Schlagzeilen weniger schön. Was sich in dem Konzern angesammelt haben soll, ist eine explosive Durchmischung von Arbeitnehmer- und Konzerninteressen, die weit über das gepriesene Konsensmodell hinausgeht.Soweit bislang bekannt, stützt sich VW derzeit noch weitgehend auf internes Know-how, um der Lage Herr zu werden: Rechtsabteilung und Innenrevision sollen bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig mit einer Stellungnahme erschienen sein. Sollte die Angelegenheit weitere Kreise ziehen und externer Rat nötig werden, so mutmaßen Strafrechtler, werde VW aus strategischen Gründen wohl eher nicht auf die Verteidigerriege im Lopez-Verfahren zurückgreifen. Damit wären neben Dr. Jürgen Taschke von Clifford Chance und Dr. Eberhard Wahle von Eisenmann Wahle Birk auch andere prominente Namen aus dem Rennen.
Auf Seiten der Beschuldigten hingegen ist eine vielleicht nicht gerade explosive, aber eine jedenfalls spannende Anwalts-Mischung Zustande gekommen. Da wäre zunächst der erfahrene Dr. Ferdinand Gillmeister, Verteidiger von Helmuth Schuster. Gegen den ehemaligen Skoda-Personalchef ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig nach Anzeige durch Volkswagen wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug. Er soll, gemeinsam mit seinem Mitarbeiter und dem weiterem Beschuldigten Klaus Joachim Gebauer VW-Gelder über diverse Firmen auf eigene Konten verschoben und Schmiergelder von Zulieferern verlangt haben.
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